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Die Lobbyorganisationen > Wirtschaftsverband Kernbrennstoff-Kreislauf und Kerntechnik (WKK)

Lobbyorganisation für die Hersteller

Der Wirtschaftsverband Kernbrennstoff-Kreislauf und Kerntechnik (WKK) war ein eingetragener Verein, dessen Geschäftsstelle sich in Berlin befand.[1] Er setzte sich national und international für die Interessen der in Deutschland ansässigen Unternehmen ein, "die weltweit kerntechnische Anlagen, Komponenten und Materialien zur nuklearen Energiegewinnung herstellen. Dazu zählen neben Produkten zur Ver- und Entsorgung nuklearer Anlagen auch vielfältige Serviceleistungen für Kernkraftwerke."[2]

2019 wurde der WKK mit dem Deutschen Atomforum e. V. (DAtF) zum Verein Kerntechnik Deutschland e. V. (KernD) verschmolzen.[3]

Der WKK wies sich in seinen Zielen als klassische Lobbyorganisation aus: Er strebte an erster Stelle die "Förderung der friedlichen Verwendung der Kernenergie, insbesondere im Hinblick auf den nuklearen Brennstoff-Kreislauf", an. Der Verband sah sich als Sprachrohr und Interessensvertretung gegenüber Behörden und Organisationen und pflegt den Dialog mit Gesprächspartnern, darunter mit "Parlamentariern und Regierungsvertretern". Er betrieb Öffentlichkeitsarbeit, informierte seine Mitglieder über aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Atomindustrie und veranstaltete Schulungen und Podiumsdiskussionen.[4] Der WKK war auch in der Linkliste der Deutschen Atomforums enthalten.[5]

Mitglieder

Auf der Homepage wurden u.a. folgende Mitglieder genannt: AREVA Advanced Nuclear Fuels, AREVA GmbH, Babcock Noell, DBE, Eckert & Ziegler, GNS, NUKEM GmbH und Technologies, die E.ON-Tochter Safetec, Siemens, Urenco und Westinghouse Electric Germany.[6]

Das Entsorgungsunternehmen WAK GmbH zahlte 2011 einen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 37.180 Euro an den WKK, die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE) den gleichen jährlichen Betrag in den Jahren 2012 bis 2014.[7]

Öffentlichkeitsarbeit

Am 31. Mai 2009 wies der WKK anlässlich einer Besetzung des Bergwerks Gorleben durch Atomkraftgegner deren Behauptung zurück, das Bergwerk sei ein "Schwarzbau" und erklärte: "Gorleben ist ein Erkundungsbergwerk und kein Endlager für radioaktive Abfälle."[8]

Auf einem Vortrag am 20. Juni 2009 versuchte der WKK in einer Evangelischen Akademie die Risiken des Uranabbaus, der Anreicherung, der Atomspaltung und des Atommülls als "Mythen" hinzustellen und die Atomkraft als CO2-freie Energiequelle zu propagieren. Die Atomkraft sei auch in Zukunft unverzichtbar, Deutschland solle dem Vorbild seiner Nachbarländer folgen, die die Atomkraft ausbauten.[9]

Am 16. September 2009 veranstaltete der WKK ein Strahlensymposium zu neuen Standards der IAEO und der EU.[10] Die atomkritischen Organisationen foodwatch und IPPNW wiesen darauf hin, dass auf diesem Symposium erklärt worden war: "Strahlenschutz ist keine demokratische Veranstaltung. (…) Der Geschäftsführer des Kerntechnik-Wirtschaftsverbandes betonte dort, dass unter dem Begriff eines "optimalen" Strahlenschutzes für die Bevölkerung nicht etwa eine Minimierung der Strahlenbelastungen zu verstehen sei, sondern stets auch wirtschaftliche Gesichtspunkte Berücksichtigung fänden."[11]

Im September 2013 meldete der Verband in einem Schreiben an die EU-Kommission sein Interesse an, am Konsultationsverfahren mit dem Titel "Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten – Möglichkeiten zur Verbesserung des Zugangs zu Gerichten auf Ebene der Mitgliedstaaten" teilzunehmen. Der WKK wollte verhindern, dass einzelnen Bürgern die Möglichkeit einer Klage im Bereich Umweltschutz ermöglicht wird. "Es ist zuvörderst Aufgabe des Staates, die Beachtung dieser öffentlich-rechtlichen Schutzvorschriften durchzusetzen, und nicht die Aufgabe des einzelnen Bürgers."[12]

(Letzte Änderung: 15.02.2020)

Einzelnachweise

  1. WKK: Geschäftsstelle abgerufen am 2. Oktober 2010 (via WayBack)
  2. Wirtschaftsverband Kernbrennstoff-Kreislauf und Kerntechnik e.V. (WKK) (Homepage) abgerufen am 26. Juni 2015 (via WayBack)
  3. kernd.de: Kerntechnik Deutschland e. V. (KernD) abgerufen am 11. Februar 2020
  4. WKK: Ziele und Aufgaben abgerufen am 26. Juni 2015 (via WayBack)
  5. kernenergie.de: Kernenergie-Links abgerufen am 26. Juni 2015 (via WayBack)
  6. WKK: Mitglieder abgerufen am 26. Juni 2015 (via WayBack)
  7. Deutscher Bundestag: Förderungen von Vereinigungen der Atomlobby vom 26. Februar 2014
  8. dekro.de: Pressemitteilung vom 31. Mai 2009
  9. akademie-hofgeismar.de: Klimaschutz durch Atomkraft? vom 20. Juni 2009
  10. GNS: WKK-Strahlenschutz-Symposium 2009 vom 7. Juli 2009
  11. foodwatch: Kalkulierter Strahlentod vom September 2011
  12. Europäische Kommission: Konsultation "Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten – Möglichkeiten zur Verbesserung des Zugangs zu Gerichten auf Ebene der Mitgliedstaaten" vom 23. September 2013
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