Atomfabriken in Deutschland > Wiederaufarbeitungsanlage Jülich (JUPITER)

Fertigstellung: 1978 • Stilllegung: 1987 • Rückbau: abgeschlossen •
Entlassung aus atomrechtlicher Überwachung: 2013


Forschungszentrum Jülich

Am Forschungszentrum Jülich wurde 1978 eine Wiederaufarbeitungsanlage namens "Juelich Pilot Plant for Thorium Element Reprocessing" (JUPITER) eröffnet.

Die Pilotanlage sollte zur Wiederaufarbeitung abgebrannter, kugelförmiger Brennelemente von Thorium-Hochtemperaturreaktoren dienen. Die Stilllegung erfolgte am 21. Dezember 1987.[1][2]

Nach Informationen der IAEO sollten der Kaltbetrieb eigentlich 1976 und der heiße Versuchsbetrieb ein Jahr später beginnen. Die Anlage war auf eine Kapazität von 2 kg Schwermetalloxid pro Tag angelegt.[3]

Laut Rainer Moormann, der jahrelang am Forschungszentrum Jülich beschäftigt war und kritische Studien zu Kugelhaufenreaktoren veröffentlichte, wurde die Anlage 1987 zwar fertiggestellt, ging aber nie richtig in Betrieb, weil der wiederaufgearbeitete Brennstoff unbrauchbar war.[4] "Die Kugelentsorgung sollte ursprünglich in der Jülicher Wiederaufarbeitungsanlage JUPITER erfolgen, aber die Kugeln waren falsch zusammengesetzt. Aus Angst vor Blamage wurde die teure Anlage heimlich verschrottet."[5]

Die Anlage ist mittlerweile beseitigt und am 31. Dezember 2013 aus der atomrechtlichen Überwachung entlassen worden.[6]

(Letzte Änderung: 26.08.2017)

Einzelnachweise

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.