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Waffen aus abgereichertem Uran

U-238 DU ammunition

Uranmunition

Unter Uranmunition (auch Uranwaffen oder Urangeschosse genannt) versteht man Waffen, die abgereichertes Uran (Depleted Uranium, DU) enthalten. Solche Waffen besitzen aufgrund der hohen Dichte des Urans eine hohe Durchschlagskraft und werden deshalb beispielsweise gegen Panzer eingesetzt. Beim Aufprall auf das Ziel entsteht darüber hinaus starke Hitze, durch die Treibstoff und Munition von Panzern in Brand geraten.[1]

Abgereichertes Uran ist ein Abfallprodukt, das bei der Produktion von Brennstoff für Atomkraftwerke entsteht. Es setzt sich zu 99,8 % aus Uran-238 und zu 0,2 % aus Uran-235 zusammen und kann auch Spuren von Plutonium-239 enthalten. Uran-238 besitzt eine Halbwertszeit von 4,468 Mrd. Jahren.[1]

Laut IPPNW sollen zwanzig Armeen Uranmunition besitzen, darunter die USA, Großbritannien, Frankreich, Russland, Griechenland, die Türkei, Israel, Pakistan, Saudi-Arabien und Thailand. Uranmunition wurde im Zweiten Golfkrieg 1991, in Bosnien und Serbien 1995, im Kosovo 1999 sowie im Irak-Krieg 2003 eingesetzt.[2]

Gesundheitsschäden

Uran ist aufgrund der ionisierenden Strahlung, die es freisetzt, und seiner chemischen Eigenschaften gesundheitsschädigend. Durch den Einsatz von Uranwaffen entstehen große Mengen von Uranstäuben und uranhaltigen Aerosolen, die sich der Umgebungsluft verteilen und Menschen gefährden können. Wenn diese Stäube und Teilchen eingeatmet oder mit der Nahrung aufgenommen werden, führt dies zu einer Strahlenbelastung, aus der Krebserkrankungen, Leukämie oder Erbgutschäden resultieren können. Da Uran ein Schwermetall ist, können darüberhinaus Leber- und Nierenschädigungen auftreten. [1]

Bislang gibt es keine Konvention, die diese Waffen verbieten würde. Seit 2007 widmet sich die UN-Generalversammlung in Resolutionen dem Thema Uranmunition.[2] Gegen die Nutzung von Uranmunition setzen sich die IPPNW und die ICBUW (Internationale Koalition zur Ächtung von Uranwaffen) ein. → uranmunition.org: ICBUW (Homepage).

Weitere Links

→ BuzzFeedNews: Verschossen, verschwiegen, verstrahlt? vom 29. Mai 2019
→ Neue Rheinische Zeitung: Bomben und Granaten aus abgereichertem Uran vom 14. Februar 2018
→ atomwaffen A-Z: Uranwaffen vom Mai 2014
→ helmholtz-muenchen.de: Untersuchungen zur Gesundheitsgefährdung durch Munition mit abgereichertem Uran (DU) vom März 2005

(Letzte Änderung: 30.05.2019)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Universität Oldenburg: Information über Uran-Munition (Depleted Uranium, DU) abgerufen am 21. Juli 2018
  2. 2,0 2,1 IPPNW: Die gesundheitlichen Folgen von Uranmunition vom Dezember 2012
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