Atomenergie in Europa > Spanien > Tarifa (Spanien)

2 Druckwasserreaktoren • Hersteller: Westinghouse oder KWU • Leistung: 2 x 1.000 MW •
Antragsstellung: 1973 • Projektende: 1979[1][2]


Playa Bolonia (Andalusien)

Tarifa war ein geplantes Atomkraftwerk, welches beim zur Gemeinde Tarifa gehörenden Dorf Bolonia in der südöstlichen spanischen Region Andalusien errichtet werden sollte.[3]

Die Anlage sollte aus zwei Druckwasserreaktoren mit einer Leistung von je 1.000 MW bestehen, die 1973 von der Gesellschaft Sevillana beantragt wurde. Als Hersteller wurden je nach Quelle Westinghouse oder die Kraftwerk Union (KWU) angegeben.[1][2]

Die Sevillana hatte laut einem Bericht von 1979 zwei Mio. Quadratmeter Grund in Bolonia gekauft und eingezäunt. Außerdem hatte sie nach eigenen Angaben umfangreiche Studien in Auftrag gegeben, die u.a. ergaben, dass der Bau des AKW für die dort befindliche römische Ruinenstadt Baelo Claudia unbedenklich sei. Laut der Umweltschutzgruppe AGADEN fiel der offizielle geomorphologische Bericht jedoch negativ aus, da es bei Bolonia eine Verwerfung gibt, die Erdbeben begünstigt.[3]

Die Anlage wurde 1979 verworfen,[1][2] als die spanische Regierung infolge von Protesten gegen die Atomkraft, Diskussionen im Parlament sowie Finanzierungsschwierigkeiten einen neuen Nationalen Elektrizitätsplan beschloss. Darin wurde die Genehmigung für geplante Anlagen auf unbestimmte Zeit verschoben.[2]

(Letzte Änderung: 03.06.2021)

Einzelnachweise

Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.