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Suzu (Japan)

Suzu war ein Atomkraftwerk, welches bei der gleichnamigen Küstenstadt in der Präfektur Ishikawa, auf einer Halbinsel in Zentraljapan, errichtet werden sollte, aber verworfen wurde.[1]

Als Jahr des Projektstarts ist 1975 anzusehen, als sich die lokale Regierung an die japanische Regierung mit der Bitte wandte, Suzu als Standort für ein Atomkraftwerk in Erwägung zu ziehen. Im folgenden Jahr kündigten die drei Gesellschaften Kansai Electric Power Company (KEPCO), Chubu und Hokuriku Electric Power einen gemeinsamen Vorschlag für ein dortiges Atomkraftwerk an. Die Verhandlungen gestalteten sich jedoch schwierig, da man sich einer starken Opposition ansässiger Bürger gegenübersah. Danach war lange nichts mehr von dem Projekt zu hören, bis 1989 Bürger in einer dreiwöchentlichen Aktion die Stadthalle blockierten, da KEPCO eine Inspektion des AKW-Standortes plante. Diese wurde aufgrund der Proteste gestoppt, und eine geplante Machbarkeitsstudie verschoben.[1][2]

Am 5. Dezember 2003 verkündeten die beteiligten Unternehmen schließlich, sie hätten das Projekt auf Eis gelegt, und gaben dafür vor allem wirtschaftliche Gründe an. So sei der Strombedarf wegen der ökonomischen Flaute in Japan weniger stark gestiegen als vermutet. Auch hätten die Kosten für den Bau von Atomkraftwerken und für die Entsorgung des Brennstoffes deutlich zugenommen.[3][2] Der Hauptgrund war jedoch der öffentliche Widerstand von Seiten der Antiatomkraftbewegung.[4]

Im selben Dezember 2003 wurde übrigens auch das geplante Atomkraftwerk → Maki aufgegeben. Und die Chubu Electric Power Company hatte im Jahr 1994 das geplante AKW Hohoku in der Präfektur Yamaguchi sowie 2000 die Anlage → Ashihama verwerfen müssen. In allen diesen Fällen war es zu Widerstand von Seiten der Bürger gekommen.[2]

(Letzte Änderung: 20.03.2020)

Einzelnachweise

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