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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > China > Sunan (China)

2 Druckwasserreaktoren • Leistung: 2 x 900 bzw. 1.000 MW • Planungsbeginn: 1978 • Projektende: 1986[1]


Atomkraftwerk nordwestlich von Schanghai

Jiangyin-Brücke am Jangtsekiang

Sunan, auch Southern Jiangsu genannt, war ein Atomkraftwerk, welches bei Jiangyin am südlichen Ufer des Jangtsekiang nordwestlich von Schanghai, in der Provinz Jiangsu an der Ostküste Chinas, errichtet werden sollte.[2]

1978, als sich China für die Atomkraft als strategische Option und für den Import nuklearer Technologie entschieden hatte, wurden Verhandlungen mit dem französischen Unternehmen Framatome eingeleitet. Geplant waren in Sunan zwei Druckwasserreaktoren mit einer Leistung je 900 MW. Aber schon ein Jahr später wurde das Projekt wegen finanzieller Schwierigkeiten aufgegeben.[1]

Zweiter Anlauf 1985

Nach jahrelanger Pause wurde 1985 ein neuer Anlauf gestartet: Sunan sollte nun aus zwei Druckwasserreaktoren mit je 1.000 MW bestehen und von der neu gegründeten Dongnan Nuclear Power Development Company gebaut werden. An der Ausschreibung wurden Deutschland und Frankreich beteiligt, nicht aber die USA, mit denen es kein Kooperationsabkommen gab, da die bilateralen Gespräche zur Nichtverbreitung von Atomwaffen durch China zu keiner Einigung geführt hatten. Das Projekt Sunan galt bei den beteiligten Ländern als Türöffner, die auf dem chinesischen Atomenergiemarkt Fuß fassen wollten.[2][3]

Insbesondere die Siemens-Tochter Kraftwerk Union (KWU) machte sich große Hoffnungen, mit China ins Geschäft zu kommen und gab im Oktober 1985 ein Angebot für den Bau von Sunan ab. Ein Jahr zuvor hatten chinesische Funktionäre angeboten, deutsche Atomkraftwerke gegen deutschen Atommüll einzutauschen; letzterer sollte in der Wüste Gobi gelagert werden. Dies wurde von der deutschen Seite nicht grundsätzlich abgelehnt.[4]

Aus dem Geschäft wurde jedoch nichts: Am 3. März 1986 entschied sich China, neben anderen AKW-Projekten auch Sunan auf unbestimmte Zeit zu verschieben und stattdessen in Wasserkraft zu investieren. Die Verhandlungen mit der KWU wurden abgebrochen.[5][6] Das Projekt, das auf ein Volumen von zwei Mrd. US-Dollar geschätzt wurde, wurde aus dem siebten 5-Jahres-Plan der chinesischen Regierung gestrichen.[7]

(Letzte Änderung: 20.12.2017)

Einzelnachweise

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