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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Türkei > Sinop (Türkei)

4 Druckwasserreaktoren • Typ: 4 x ATMEA-1 • Leistung: 4 x 1.150 MW •
Hersteller: Mitsubishi/AREVA/Itochu • Baubeginn: offen •
Geplante Inbetriebnahme: offen[1]


Zweites geplantes türkisches Atomkraftwerk

Sinop (Türkei)

Am Standort Sinop, nordwestlich von Samsun an der Schwarzmeerküste, soll das zweite Atomkraftwerk der Türkei errichtet werden.[2]

Sinop am Schwarzen Meer war 2006 als Standort für ein Atomkraftwerk vorgeschlagen worden. Dort sollte zunächst ein Demonstrationsreaktor mit 100 MW Leistung entstehen, ab 2012 sollten Einheiten mit 5.000 MW Leistung betrieben werden. Seit Februar 2008 wurden vorbereitende Arbeiten am Gelände durchgeführt.[1]

2008 berichtete die "Frankfurter Rundschau", der Widerstand in der türkischen Bevölkerung gegen das Projekt habe zugenommen, weil man der Türkei das technische Know-how nicht zutraue und Sinop bereits schlechte Erfahrungen mit der Atomenergie gemacht hat. Nach der Tschernobyl-Katastrophe wurden Plantagen in dieser Region am Schwarzen Meer radioaktiv verstrahlt, viele Menschen leiden an Krebserkrankungen.[3]

Geschätzte Kosten verdoppelt, Baubeginn offen

Im Mai 2013 nahm die türkische Regierung ein Angebot eines aus Mitsubishi Heavy Industries (MHI), AREVA und Itochu bestehenden Konsortiums an und unterzeichnete im Oktober 2013 zusammen mit der japanischen Regierung einen Vertrag mit einem ursprünglichen Volumen von 22 Mrd. US-Dollar.[1]

Das geplante Atomkraftwerk in Sinop soll aus vier japanischen ATMEA-1-Reaktoren mit je 1.120 MW Leistung bestehen. Die Bauarbeiten sollten eigentlich 2019/2020/2023/2024 beginnen, und die vier Einheiten sollten 2023/2024/2027/2028 ans Netz gehen. Wie in Akkuyu sind Laufzeiten von 60 Jahren geplant.[2]

Am 1. April 2015 wurde das Abkommen vom türkischen Parlament genehmigt. Es sollte eine Machbarkeitsstudie ausgearbeitet werden.[4]

Im April 2018 zog sich jedoch Itocho aus dem Projekt zurück.[1] Und im Dezember 2018 wurde gemeldet, dass auch Mitsubishi abgesagt habe, weil sich die geschätzten Kosten auf 44 Mrd. US-Dollar verdoppelt hätten.[5]

Mittlerweile wird bei der WNA der Baubeginn mit "uncertain" angegeben, und die Jahre der Fertigstellung werden nicht mehr genannt (Stand: 25. August 2020).[1]

(Letzte Änderung: 27.09.2020)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 WNA: Nuclear Power in Turkey abgerufen am 25. August 2020
  2. 2,0 2,1 IAEO: Country Nuclear Power Profiles/Turkey abgerufen am 3. Juni 2016 (via WayBack)
  3. Frankfurter Rundschau: Ankaras Atomeinstieg schürt Ängste vom 20. September 2008 (via WayBack)
  4. nuklearforum.ch: Türkisches Parlament billigt Sinop-Vereinbarung vom 9. April 2015
  5. Reuters: Japan Inc exit from nuclear exports would leave field to Russia, China vom 21. Dezember 2018
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