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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Japan > Shika (Japan)

2 Siedewasserreaktoren •
Leistung: 540 MW/1.206 MW • Typ: BWR-5/ABWR • Hersteller: Hitachi (Shika-1) •
Baubeginn: 1. Juli 1989/20. August 2001 • Inbetriebnahme: 20. November 1992/26. Mai 2005 •[1][2]
Stilllegung: offen/offen


Aktive Bruchlinien und Erdbeben

AKW Shika (Japan)

Der Standort Shika befindet sich bei der gleichnamigen Stadt an der Westküste Japans, auf der Halbinsel Noto in der Präfektur Toyama.[3]

Ab 1992 und 2005 wurden in Shika zwei Siedewasserreaktoren mit 540 und 1.206 MW Leistung betrieben. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die Hokuriku Electric Power Co.,[1] Hersteller von Shika-1 war Hitachi.[2]

Nach dem schweren Erdbeben vom 16. Juli 2007 vor der japanischen Westküste wurden die beiden Reaktoren ab Dezember 2007 aus Sicherheitsgründen nachgerüstet.[4]

Am 18. März 2009 wurde in zweiter Instanz eine Klage japanischer Bürger wegen Sicherheitsbedenken und mit dem Ziel einer Stilllegung von Shika-2 abgewiesen.[5]

Die Einheiten wurden am 11. März 2011 nach der Fukushima-Katastrophe abgeschaltet und haben seitdem keinen Strom mehr produziert.[6]

Im Dezember 2013 wurde bekannt, dass sich unter dem AKW zwei seismische Bruchlinien befinden, die möglicherweise aktiv sind, auch wenn der Betreiber dies bestreitet. Am 12. August 2014 beantragte der Betreiber bei der NRA Sicherheitschecks zur Wiederinbetriebnahme von Shika-2.[7] Eine Expertengruppe der NRA erklärte im Mai 2015, dass die Bruchlinien aktiv sind. Für den Betreiber dürfte es damit schwierig werden, eine Wiederinbetriebnahme durchzusetzen.[8]

Störfälle

Im Juni 1999 verrutschten an der Einheit Shika-1 drei von 89 Kontrollstäben von ihren normalen Positionen, wobei eine unkontrollierte Kettenreaktion bei der Kernspaltung ausgelöst wurde.[9] Dieses Ereignis, das der Betreiber bis 2007 verheimlichte, wurde schließlich als Störfall der INES-Stufe 2 klassifiziert. Der Reaktor war deshalb von März 2007 bis Mitte Mai 2009 abgeschaltet.[10] Der Vorfall wurde auf einen Fehler in einem Handbuch zurückgeführt.[9]

Beim Jahreswechsel 1999/2000 versagte im AKW ein Alarmsystem, weil der für die Verarbeitung der gemessenen Strahlenwerte zuständige Rechner kurz nach Mitternacht ausfiel.[11]

Weitere Links

→ Hokuriku Electric Power Co.: Efforts for Early Restart and Safe and Stable Operation of Shika Nuclear Power Station (Informationen des Betreibers)
→ NRA: Criticality Incident at Shika Nuclear Power Station (Final Report) vom 20. April 2007 (via WayBack)</ref>

(Letzte Änderung: 08.07.2021)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/Japan abgerufen am 7. Juli 2021
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. WNA Reator Database: Shika 1, Japan abgerufen am 7. Juli 2021
  4. nuklearforum.ch: Japan: Nachrüstungen für zusätzliche Erdbebensicherheit vom 6. Dezember 2007
  5. nuklearforum.ch: Japan: Abschaltung von Shika-2 vor Gericht abgeblitzt vom 2. April 2009
  6. JAIF: NPPs in Japan abgerufen am 7. Juli 2021
  7. Japan Times: Japan: Hokuriku Electric seeks Shika reactor restart vom 12. August 2014 (via WayBack)
  8. nuklearforum.ch: Japan: aktive Bruchzonen unterhalb Shika vermutet vom 22. Mai 2015
  9. 9,0 9,1 The Japan Times: Try learning from a critical mistake vom 23. März 2007 (via WayBack)
  10. nuklearforum.ch: Japan: Shika-1 wieder in Betrieb vom 28. Mai 2009
  11. Spiegel Online: Computerpannen: Kaum Probleme durch den Millennium-Bug vom 1. Januar 2000
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