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Atomenergie in Europa > Russland > Süd-Ural (Russland)

3 Schnelle Brüter • Leistung: 1.199 MW/1.199 MW/800 MW • Hersteller: Minatomenergo •
Baubeginn: 1. Januar 1986 (Einheiten 1 und 2) • Baustopp: 1987[1][2][3] Neuplanung: 2013[4]


Gescheiterte Schnelle Brüter

Ozersk (Russland)

Der Standort Süd-Ural befindet sich bei Ozersk in der Region Tscheljabinsk, in der Nähe der militärischen Atomanlage Mayak.[3] In Mayak wurde waffenfähiges Plutonium produziert, und 1957 ereignete sich ein schwerer Unfall der INES-Stufe 6 mit einer großflächigen Verseuchung der Umwelt. → Majak, ehemalige Sowjetunion 1957

Das Atomkraftwerk Süd-Ural war zunächst auf drei Schnelle Brüter ausgelegt, da man das in Majak gelagerte Plutonium verbrennen wollte.[3]

Mit den Bauarbeiten an Süd-Ural-1 und -2, die eine Leistung von je 1.199 MW besitzen sollten, wurde offiziell am 1. Januar 1986 begonnen. Süd-Ural-3 mit einer Leistung von 800 MW kam nicht über die Planungsphase hinaus. Als Eigentümer und Betreiber wurde Rosenergoatom angegeben.[1] Hersteller war Minatomenergo.[2]

Wegen Finanzierungsproblemen wurden die Baumaßnahmen 1987 gestoppt, und das Projekt nach einem Referendum aufgeschoben, aber nicht endgültig aufgegeben. Zu diesem Zeitpunkt waren die Betonfundamente für die ersten beiden Einheiten fertiggestellt. 1993 genehmigte der Rat der Oblast Tscheljabinsk die Fortsetzung der Bauarbeiten, diesmal mit drei natriumgekühlten Schnellen Brütern vom Typ BN-800. Umweltschutzgruppen protestierten gegen das Projekt. 2000 wurden Kosten in Höhe von 1,5 Mrd. US-Dollar für die Fertigstellung je Einheit geschätzt; es wurde nach einem Sponsor zur Finanzierung gesucht. Die Bauarbeiten sollten 2005 beginnen und 2010 abgeschlossen werden.[3] Die Bauarbeiten wurden jedoch ausgesetzt.[1]

Neuere Planungen

Später sollten am Standort Süd-Ural vier Druckwasserreaktoren vom Typ WWER-1200 errichtet werden, die aber ebenfalls verworfen worden. 2013 wurden in die regionale Energieplanung zwei Schnelle Brüter vom Typ BN-1200 mit je 1.220 MW aufgenommen, die 2035 oder später in Betrieb gehen sollen. Eine dritte Einheit wurde vorgeschlagen.[4]

(Letzte Änderung: 09.01.2021)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 IAEO: SOUTH URALSK 1, SOUTH URALSK 2 und SOUTH URALSK 3 von 2000 (via WayBack)
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 NTI: Russia: South Urals (Yuzhnouralskaya) NPP vom 8. Juni 2000 (via WayBack)
  4. 4,0 4,1 WNA: Nuclear Power in Russia abgerufen am 9. Januar 2021
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