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Gemeinde Rheinklingen

1970 war in der Nähe des Dorfes Rheinklingen, das zur Gemeinde Wagenhausen im Kanton Thurgau gehört, ein Kilometer von der Grenze des Kantons Zürich entfernt, ein Atomkraftwerk geplant, welches nie realisiert wurde.[1][2]

Die Nordostschweizerische Kraftwerke NOK, heute die Energieversorgerin AXPO, nahm 1969 mit drei Landwirten in Rheinklingen Kontakt auf und bot ihnen einen guten Preis für Land östlich der Gemeinde an. 1970 erwarb die NOK 18 Hektar Grund, den sie als Standort am Rhein aufgrund der Flusswasserkühlung als besonders geeignet ansah.[1][3]

Als die Baupläne 1969 bekannt geworden waren, protestierte die Organisation "Rheinkomitee" dagegen. Die Zeitschrift "Natur und Mensch" berichtete von Widerständen gegen die Anlage.[4]

Die Meinungen über das geplante AKW gingen weit auseinander: Während einige Dorfbewohner und der Gemeinderat sich Vorteile für die verschuldete Gemeinde erhofften, warnten Naturschützer und Fischer vor negativen Folgen für die Flusslandschaft und das Grundwasser sowie vor einer Erwärmung des Flusswassers.[1]

Nachdem der Schweizer Bundesrat 1971 die Flusswasserkühlung für alle geplanten AKW aus Gründen des Gewässerschutzes untersagt hatte, stellte die NOK das Projekt zunächst zurück und gab es schließlich 1974 auf. Am 29.September 1975 erklärte die Thurgauer Regierung, der Bau eines Atomkraftwerks in Rheinklingen sei nicht mehr aktuell. Das Gelände befand sich 2014 immer noch im Besitz der NOK-Nachfolgerin AXPO, es war aber kein konkretes Projekt mehr geplant[1][5]

(Letzte Änderung: 15.12.2018)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 tagesanzeiger.ch: Das Atomkraftwerk direkt an der Zürcher Grenze vom 21. August 2014
  2. Berner Zeitung: Das Atomkraftwerk direkt an der Zürcher Grenze vom 21. August 2014
  3. Historisches Lexikon der Schweiz: Rheinklingen vom 19. Oktober 2010
  4. ETH: Abschied von Wachstum und Fortschritt - Die Umweltbewegung und die zivile Nutzung der Atomenergie in der Schweiz (1960 - 1975) von 1997
  5. nuklearforum.ch: BASISDOKUMENTATION – KERNENERGIE IN DER SCHWEIZ abgerufen am 23. Juli 2017
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