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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Kanada > Point Lepreau (Kanada)

1 Schwerwasserreaktor • Leistung: 705 MW • Typ: CANDU 6 • Hersteller: AECL •
Baubeginn: 1. Mai 1975 • Inbetriebnahme: 25. Juli 1982 • [1][2] Abschaltung: offen


AKW in New Brunswick

AKW Point Lepreau im Hintergrund mit Stromleitungen

Das Atomkraftwerk am Standort Point Lepreau in der Provinz New Brunswick ist das einzige, das an der Atlantikküste Kanadas liegt.[3]

Die Einheit ging 1982 nach sieben Jahren Bauzeit in Betrieb und ist mit einem 705-MW-Schwerwasserreaktor vom Typ CANDU 6 ausgerüstet. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die Gesellschaft New Brunswick Electric Power Commission.[1] Hersteller der Reaktoren war die Atomic Energy of Canada Limited (AECL).[2]

Ab 2008 blieb der Reaktor wegen Nachrüstarbeiten vier Jahre lang abgeschaltet. 2012 verlängerte die Canadian Nuclear Safety Commission (CNSC) die Betriebsgenehmigung des Reaktors um fünf Jahre bis zum 30. Juni 2017. Dem Betreiber wurde empfohlen, eine Erdbebengefährdungsbeurteilung durchzuführen.[4] Die Kosten der Instandsetzungsarbeiten überstiegen die budgetierten 1,4 Mrd. Kanadische Dollar um 2 Mrd., und der Zeitraum wurde um das Dreifache überschritten (54 statt 18 Monate).[5]

Eine 2007 für Point Lepreau vorgeschlagene neue Einheit vom Typ Atmea1 mit 1.100 MW oder Kerena mit 1.250 MW Leistung wurde aufgegeben.[5]

2017 genehmigte die Canadian Nuclear Safety Commission (CNSC) eine weitere Laufzeitverlängerung um fünf Jahre bis zum 30. Juni 2022.[6]

Zwischenfälle und Erdbebengefahr

1990 verseuchte ein Mitarbeiter des AKW den Trinkwasserspender mit radioaktivem Wasser, von dem anschließend acht Mitarbeiter tranken. Diese waren danach einem erhöhten Krebsrisiko ausgesetzt. Der Mitarbeiter wurde in Haft genommen.[7] Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich 2009 im indischen Atomkraftwerk Kaiga.

Die kanadische Nuclear Safety Commission zeigte sich besorgt über zwei Zwischenfälle aus dem Jahre 2011: Am 13. Dezember wurden sechs Liter radioaktiven Wassers mit Tritium auf den Boden verschüttet, woraufhin das Reaktorgebäude evakuiert werden musste. Drei Wochen zuvor waren wegen eines Lecks 23 Barrel mit der giftigen chemischen Substanz Hydrazin bei der Bucht von Fundy abgelassen worden.[8]

Im Mai 2012 wurden 300 Liter radioaktiven schweren Wassers verschüttet.[9]

Im Februar 2013 wies das New Brunswick’s Conservation Council auf die Erdbebengefahr in New Brunswick hin, die leicht zu einem Disaster führen könne, und forderte die Abschaltung des AKW. Der Betreiber bestritt, dass eine derartige Gefahr bestehe.[10]

Im November 2013 gelangte aufgrund eines Lecks neuerdings hydrazinverseuchte Flüssigkeit in die Bucht von Fundy.[11]

Im Frühjahr 2015 häuften sich technische Probleme, der Reaktor war aus verschiedenen Gründen 67 Tage abgeschaltet. Im März wurde er wegen Komplikationen bei der Brennstoffbeladung vom Netz genommen.[12]

→ New Brunswick Electric Power Commission: Nuclear (Informationen des Betreibers)

(Letzte Änderung: 19.06.2021)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/Canada abgerufen am 19. Juni 2021
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. nbpower.com: Point Lepreau Generating Station abgerufen am 19. Juni 2021
  4. nuklearforum.ch: Kanada: Point Lepreau weitere fünf Jahre am Netz vom 22. Februar 2012
  5. 5,0 5,1 WNA: Nuclear Power in Canada abgerufen am 19. Juni 2021
  6. nuklearforum.ch: Kanada: Laufzeitverlängerung für Point Lepreau vom 22. Juni 2017
  7. nl.newsbank.com: RADIATION PUNCH NUKE PLANT WORKER CHARGED WITH SPIKING JUICE vom 6. März 1990 (via WayBack)
  8. CBC News: Nuclear commission says Point Lepreau leaks 'unsettling' vom 9. Januar 2012
  9. Nuclearstreet: New Brunswick's Point Lepreau Nuclear Power Plant Reports Second Spill in Six Months vom 25. Mai 2012
  10. CTV News Atlantic: Safety of Point Lepreau plant called into question vom 6. Februar 2013
  11. msn news: Point Lepreau leaks toxic chemical into Bay of Fundy vom 4. November 2013
  12. cbc.ca: Point Lepreau reactor hit by unexpected shutdown vom 18. März 2015
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