Atomenergie in außereuropäischen Ländern > USA > Palo Verde (USA)

3 Druckwasserreaktoren • Leistung: 1.414 MW/1.414 MW/1.414 MW •
Typ: 3 x CE80 2LP (DRYAMB) • Hersteller: Combustion Engineering • Baubeginn: 1976 •
Inbetriebnahme: 1985/1986/1987 •[1][2] Abschaltung: offen


AKW Palo Verde (Arizona/USA)

Am Standort Palo Verde im Bundesstaat Arizona, in der Stadt Wintersburg 50 Meilen westlich von Phoenix, betreibt die Gesellschaft Arizona Public Service, Eigentümer der Anlage, drei Druckwasserreaktoren mit einer Leistung von je 1.414 MW. Die Reaktoren wurden 1973 bei Combustion Engineering bestellt und sind 1985/1986/1987 in Betrieb gegangen. Zwei weitere, 1977 bei CE bestellte Einheiten mit je 1.304 MW wurden im Juli 1979 verworfen.[1][3][2]

Palo Verde ist das einzige AKW auf der Welt, das nicht an einem Gewässer liegt, sondern seine Kühlflüssigkeit aus den geklärten Abwässern benachbarter Städte gewinnt.[4]

Am 21. April 2011 genehmigte die Nuclear Regulatory Commission (NRC) eine Verlängerung der Laufzeit aller drei Reaktoren auf 60 Jahre bis 2045/2046/2047.[5]

2014 war Palo Verde im 23. Jahr in Folge das Atomkraftwerk mit der größten Stromproduktion in den Vereinigten Staaten.[6]

Störfälle

Am 5. März 1989 wurde das AKW wegen eines Brandes an einem Transformator per Notabschaltung vorübergehend vom Netz genommen.[7]

Im November 2007 wurde ein Vertragsingenieur gestoppt, der eine 15 cm lange Rohrbombe auf seinem Auto auf das Gelände des AKW transportiert hatte. Der Fahrer konnte die Herkunft der Bombe nicht erklären und wurde nach einer Vernehmung freigelassen. Die Bombe wurde entschärft.[8]

Im Juni 2011 wurde in den US-amerikanischen Medien berichtet, dass an 48 von 65 AKW-Standorten in den USA Tritiumlecks entdeckt wurden.[9] Nach einer Liste vom Juli 2014 war auch Palo Verde betroffen.[10] 1993 wurde beispielsweise tritiumhaltiges Wasser mit 4,2 Mio. Picocurie je Liter entdeckt, das aus einer unterirdischen Leitung ausgelaufen war.[9]

Am 15. Oktober 2013 wurde ein Leck entdeckt, aus dem eine kleine Menge radioaktiven Wassers am Reaktorbehälter freigesetzt wurde.[11]

Am 18. April 2014 wurde berichtet, dass sich eine Explosion im nichtnuklearen Teil des AKW erreignet hatte. Dieser Vorfall wurde fünf Monate lang vom Betreiber verschwiegen.[12]

→ Arizona Public Service: nuclear generating plants - Palo Verde (Homepage des Betreibers, via WayBack)

(Letzte Änderung: 21.03.2020)

Einzelnachweise

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