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Atomenergie in Europa > Nordmazedonien

Skopje - Goce Delčev Bridge

Skopje (Nordmazedonien)

Die Republik Nordmazedonien ist seit 1994 Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[1]

Nordmazedonien hat kein Atomkraftprogramm und derzeit auch keine Pläne, ein solches alleine oder als regionales Projekt einzuleiten. Die Regierung verfolgt jedoch die internationalen Trends und Entwicklungen bei der Atomenergie genau und interessiert sich für eine Kooperation mit Nachbarländern.[2]

Als Teil des ehemaligen Jugoslawiens war das Land in den 1970er und 1980er Jahren in das jugoslawische Atomenergieprogramm eingebunden. Dabei war in einer Machbarkeitsstudie die Region Mariovo im Süden des Landes als bester Standort für ein mögliches Atomkraftwerk ausgewählt worden. Mit der Erlangung der staatlichen Unabhängigkeit wurde jedoch in den frühen 1990er Jahren die Entwicklung einer nuklearen Infrastruktur aufgegeben.[3]

Im November 2010 bot Bulgarien nach Gesprächen mit Kroatien und Serbien auch Nordmazedonien an, sich am geplanten bulgarischen Atomkraftwerk Belene zu beteiligen.[4] Im gleichen Jahr wurde jedoch eine Energiestrategie bis 2030 verabschiedet, die eine weitere Ausbeutung mazedonischer Kohleminen, Kohleimporte, aber auch eine verstärkte Nutzung von Wasserkraft und erneuerbaren Energien vorsah.[3]

Investitionen oder ein eigenes Atomkraftwerk in der Region Mariovo wurden wegen der Importabhängigkeit weiterhin erwogen. 2011, nach der Fukushima-Katastrophe, wurden jedoch Zweifel daran laut.[5] Auch sprachen sich in einer Umfrage zwischen dem 24. und 31. März 2011 71 % von 500 befragten Mazedoniern gegen die Nutzung der Atomkraft für die Energieerzeugung aus.[6]

Aber schon im September 2013 veranstaltete die nordmazedonische Electrical Power Company (ELEM) in Skopje zusammen mit der IAEO einen Workshop zur regionalen Zusammenarbeit bei der Atomenergie. Dort erklärte die Regierung, dass sie sich noch nicht für ein Atomenergieprogramm entschieden habe; wäre dies der Fall, solle ein Referendum in Nordmazedonien organisiert werden.[7]

2014 erarbeitete die ELEM seismische Studien zum Standort Mariovo, die nach Meinung des Unternehmens eine Eignung der Region für ein AKW bestätigten. 2015 führte die Regierung Nordmazedoniens mit Hilfe der IAEO Machbarkeitsstudien durch, um eine Entscheidung für eine Beteiligung an einem regionalen Atomenergieprogramm treffen zu können.[3]

Im Februar 2018 sprach sich der nordmazedonische Botschafter in Bulgarien für die Errichtung des geplanten bulgarischen AKWs Belene aus.[8] Im Januar 2019 wies das bulgarische Fernsehen darauf hin, dass Nordmazedonien an einer Beteiligung an Belene interessiert sei.[9]

(Letzte Änderung: 08.03.2020)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Member States abgerufen am 3. März 2019
  2. ELEM: Business Events abgerufen am 3. März 2019
  3. 3,0 3,1 3,2 djs.si: Nuclear Power Infrastructure Assessment and Regional Cooperation in Macedonia vom 20. Januar 2016
  4. novinite.com: Bulgaria Offers Macedonia Share in Belene Nuclear Plant vom 10. November 2010
  5. BalkanInsight: Macedonia Urged to Rethink Nuclear Plans vom 22. März 2011
  6. Makedonien News: Umfrage: Mazedonier gegen Atomkraft vom 28. April 2011
  7. Government of the Republic of North Macedonia: Skopje hosts workshop on regional nuclear energy cooperation vom 24. September 2013
  8. euscop.com: Macedonian Ambassador Calls for the Construction of the Belene Power Plant in Bulgaria vom 27. Februar 2018 (via WayBack)
  9. bnt.bg: Bulgaria and Macedonia will work for joint border control vom 17. Januar 2019
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