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Atomenergie in Europa > Niederlande
Grenznahe Atomkraftwerke > Niederlande

Reaktoren in Betrieb: 1 • im Bau: - • stillgelegt: 1[1]


Kleines Atomprogramm

Amsterdam (Niederlande)

Die Niederlande besitzen ein vergleichsweise kleines Atomprogramm, das, so berichtet die World Nuclear Association (WNA), 1955 mit dem Bau eines High Flux Reaktors (HFR) in Petten begonnen wurde, mit dem man Erfahrungen mit der Atomenergie sammeln wollte.[2] 1957 war der Staat ein Gründungsmitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[3]

1968 wurde der Siedewasserreaktor Dodewaard mit einer Leistung von 60 MW in Betrieb genommen, der 1997 stillgelegt wurde. Das zweite Atomkraftwerk Borssele, ein Druckwasserreaktor mit einer Leistung von 515 MW, der am 20. Juni 1973 seinen Betrieb aufnahm, ist bis heute am Netz.[1]

Auf alten Seiten der IAEO finden sich zwei geplante Einheiten mit den Namen Netherlands-3 und Netherlands-4, die nicht realisiert wurden.[4]

Detaillierte Informationen zu den Reaktoren unter:

Borssele
Dodewaard (stillgelegt)

Equirectangular projection SW.jpg AKW-Standorte

Eine Übersicht über alle in den Niederlanden betriebenen, geplanten und stillgelegten Forschungsreaktoren findet man unter → IAEO: Research Reactors/Countries: Netherlands

Keine konkreten Neubauvorhaben

Pläne für die Ausweitung der Atomenergie auf 3.000 MW wurden nach der Tschernobyl-Katastrophe fallengelassen.[5] 1994 beschloss das niederländische Parlament die Stilllegung des AKWs Borssele, verschob diese 2003 jedoch aufgrund rechtlicher Probleme auf 2013 und nahm den Beschluss zur Abschaltung 2005 komplett zurück. 2006 genehmigte die Regierung einen Weiterbetrieb unter Auflagen bis 2034. Seit 2006 erhöhte sich die Akzeptanz für die Atomkraft in der Politik, und es wurden wieder Neubauten erwogen.[2]

Im April 2011, kurz nach Fukushima, plante die niederländische Regierung den Bau neuer Atomkraftwerke, was mit den zurückgehenden heimischen Erdgasressourcen begründet wurde. Nur 51 % der Bevölkerung lehnten die Atomkraft ab.[6] Der deutsche Atomausstieg stieß in der niederländischen Politik auf Unverständnis und wurde als "emotional getrieben und unnötig" bezeichnet.[7]

Pläne für ein bis zwei neue Reaktoren am Standort Borssele wurden später wieder aufgegeben, wie der Deutsche Bundestag 2017 bestätigte.[8]

2020 ließ die Regierung Rutte eine atomkraftfreundliche Studie durch die Beratungsfirma Enco erstellen, die 1994 von ehemaligen Mitgliedern der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) gegründet worden war. Diese kam zum Ergebnis, dass Atomkraft eine kostengünstige Energiequelle für das Ziel einer CO2-Reduzierung darstelle, und empfahl die Laufzeitverlängerung des bestehenden sowie den Bau neuer AKW. Drei bis zehn neue Kraftwerke waren im Gespräch.[9]

(Letzte Änderung: 26.09.2020)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEA: PRIS - CountryStatistics/Netherlands abgerufen am 26. September 2020
  2. 2,0 2,1 WNA: Nuclear Power in the Netherlands abgerufen am 26. September 2020
  3. IAEO: Member States abgerufen am 26. September 2020
  4. IAEO: NETHERLANDS-3 und NETHERLANDS-4 abgerufen am 11. März 2015 (via WayBack)
  5. IAEO: Country Nuclear Power Profiles/The Netherlands abgerufen am 26. November 2020
  6. FAZ: Niederlande plant neue Atomreaktoren vom 15. April 2011 (via WayBack)
  7. Spiegel Online: "Windmühlen helfen uns nicht weiter" vom 23. März 2011
  8. Deutscher Bundestag: Atomvorhaben in Europa (Drucksache 18/11376, S.11) vom 6. März 2017
  9. Focus Online: Deutschlands Nachbar will Atomkraftwerke bauen - um Klimaziele zu erreichen vom 25.September 2020
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