Kernfusion und Fusionsanlagen > Mythos Kalte Fusion

Kalter Fusionsreaktor

Neben der heißen Kernfusion in Fusionskraftwerken sind seit Jahrzehnten immer wieder Verfahren diskutiert worden, Wasserstoffisotope bei niedrigen Temperaturen zu fusionieren und damit Energie zu erzeugen.

Theoretische Ansätze dazu lieferten 1948 der russische Physiker Andrej Sacharow und 1956 der Physik-Nobelpreisträger Luis Alvarez.[1]

Medienwirksame Experimente zur kalten Fusion präsentierten Martin Fleischmann und Stanley Pons 1989 sowie Andrea Rossi 2011 in der Öffentlichkeit. Diese konnten aber nicht von unabhängiger Seite bestätigt werden. Nach Meinung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) und des Europäischen Patentamts verstößt Rossis Versuchsanlage gegen die Grundlagen der Physik und anderer Naturwissenschaften.[2]

Die kalte Fusion habe laut IPP zwar in einigen Fällen nachweislich funktioniert; dafür müsse aber deutlich mehr Energie aufgewendet werden, als erzeugt werden könne. Eine Energiegewinnung sei deshalb nicht möglich.[3]

In einer Serie von Beiträgen ist die Kalte Fusion in "heise.de" seit 2004 ausführlich behandelt worden. → heise.de: Kalte Fusion als Game Changer vom 23. März 2012

Im Januar 2014 berichtete der "Focus" über Versuche des deutschen Unternehmens Purratio AG, mit Hilfe eines Palladiumzylinders Deuteronen (schwere Wasserstoffkerne) zu Helium-3 zu fusionieren.[4]

(Letzte Änderung: 03.03.2021)

Einzelnachweise

  1. spektrum.de: Die kalte Fusion - Wunsch oder Wirklichkeit? vom 20. November 2014
  2. Spiegel Online: Herr Rossi sucht das Glück der Menschheit vom 10. Dezember 2012
  3. IPP: FAQ - Was ist "kalte Fusion"? abgerufen am 3. März 2021
  4. Focus Online: Wer zündet das Sonnenfeuer zuerst? vom 27. Januar 2014
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