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25 Reaktoren in Japan bis 2009

MHI-Zentrale in Tokio

Der japanische Mischkonzern Mitsubishi Heavy Industries (MHI), dessen Zentrale sich in Tokio befindet,[1] ist seit Jahrzehnten auch Hersteller von Atomkraftwerken mit Druckwasserreaktoren.

1970 stellte MHI als erste Einheit Mihama-1 fertig, die zugleich das erste japanische AKW mit einem Druckwasserreaktor war. Bislang wurden 25 Einheiten ausgeliefert, als letzte Tomari-3 im Jahr 2009.[2] Vier davon wurden mit Reaktoren von Westinghouse ausgerüstet.[3]

Danach wurden bei MHI nur die Einheiten Tsuruga-3 und 4 bestellt.[3] Wegen Projektänderungen und erhöhten Anforderungen beim Erdbebenschutz ist am 21. Februar 2011 (kurz vor Fukushima) der Baubeginn beider Einheiten jedoch verschoben worden; die Inbetriebnahme hätte ursprünglich im Juli 2017 und Juli 2018 erfolgen sollen.[4]

APWR für Europa und USA

Heute bietet MHI neben Druckwasserreaktoren "fortgeschrittene Reaktoren" wie Schnelle Brüter und gasgekühlte Hochtemperaturreaktoren an. Seit 1960 forscht MHI im Bereich der Kernfusion und ist aktuell am Projekt ITER beteiligt.[5]

Für den US-Markt wurde 2006 eigens die Gesellschaft Mitsubishi Nuclear Energy Systems (MNES), die den US-APWR vertreiben soll und Services anbietet, gegründet.[6] Im Dezember 2007 wurde ein Antrag auf Lizensierung des APWR an die US-amerikanische Nuclear Regulatory Commission (NRC) gestellt; eine Genehmigung steht bislang aus.[7] Noch im Juni 2011 plante das US-Unternehmen Luminant zwei US-APWR von Mitsubishi am Standort Comanche Peak, und Dominian einen APWR am Standort North Anna (USA).[8] 2013 verschob MNES die APWR-Zertifizierung, Luminat setzte seine Planung für Comanche Peak aus und Dominian entschied sich für den ESBWR-Reaktor von GE-Hitachi.[9]

Kooperationen

2007 gründeten MHI und der französische Konzern AREVA ein Joint Venture ATMEA zur gemeinsamen Entwicklung eines gleichnamigen Reaktors der Generation III+.[10]

Im Mai 2013 nahm die türkische Regierung ein Angebot eines aus Mitsubishi, AREVA und Itochu bestehenden Konsortiums an und unterzeichnete im Oktober 2013 zusammen mit der japanischen Regierung einen Vertrag zum Bau des zweiten geplanten AKW der Türkei in Sinop. Dessen Kosten werden auf 22 Mrd. US-Dollar geschätzt.[11]

Am 28. Juni 2016 unterzeichneten die Mitsubishi Heavy Industries und die französische Electricité de France (EDF) eine Absichtserklärung zur Kooperation bei der zivilen Nutzung der Atomkraft.[12]

(Letzte Änderung: 08.08.2021)

Einzelnachweise

  1. Mitsubishi: Corporate Profile abgerufen am 8. August 2021 (via WayBack)
  2. mhi-global.com: PWR/History abgerufen am 14. Februar 2017 (via WayBack)
  3. 3,0 3,1 mhi-global.com: PWR/Orders Received abgerufen am 13. Februar 2017 (via WayBack)
  4. nuklearforum.ch: Japan: Bau von Tsuruga-3 und -4 verschoben vom 24. Februar 2011
  5. Mitsubishi: Nuclear Power Generation abgerufen am 8. August 2021 (via WayBack)
  6. MNES: Our Company abgerufen am 8. August 2021
  7. MNES: Regulatory Overview abgerufen am 8. August 2021
  8. world nuclear news: MHI eyes global growth in nuclear orders vom 3. Juni 2011
  9. world neclear news: Mitsubishi delays certification of APWR vom 12. November 2013
  10. atmea-sas.com: Key facts and figures abgerufen am 12. Juni 2018 (via WayBack)
  11. WNA: Nuclear Power in Turkey abgerufen am 8. August 2021
  12. nuklearforum.ch: EDF und MHI wollen zusammenrücken vom 6. Juli 2016
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