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Atomenergie in Europa > Schweden > Marviken (Schweden)

Schwerwasserreaktor • Leistung: 200 MW • Hersteller: ASEA ATOM •
Bestellung: 1963 • Baubeginn: 1963 oder 1965 • Geplante Inbetriebnahme: 1969 • Projektende: 1970[1][2]


Reaktor für zivile und militärische Nutzung

Norrköpping (Schweden)

Marviken, auch R-4 oder EVA genannt, war ein ab 1958 geplantes Atomkraftwerk, das in einem Vorort der Stadt Norrköping, 140 Kilometer südwestlich von Stockholm, betrieben werden sollte.[3]

Die Anlage war als zweiter Prototyp nach Ågesta geplant, mit dem eine eigene Linie mit Natururan betriebener schwedischer Schwerwasserreaktoren begründet werden sollte. Wie Ågesta sollte Marviken nicht nur für die zivile Stromerzeugung, sondern auch für die Produktion von Plutonium für militärische Zwecke eingesetzt werden. Zunächst als Druck-Schwerwasserreaktor geplant, war ab 1962 das Design auf einen vorher nie getesteten Siede-Schwerwasserreaktor mit Dampfüberhitzung umgestellt worden.[2]

Das Atomkraftwerk wurde 1963 von Vattenfall bei ASEA ATOM beauftragt und sollte eine Leistung von 200 MW besitzen. Die Bauarbeiten begannen laut IAEO 1963 (laut Vattenfall 1965); die Inbetriebnahme sollte 1969 erfolgen.[1][2]

Nach Probebetrieb verworfen

Während der Konstruktion traten mehr und mehr technische Komplikationen auf, die die Fertigstellung verzögerten, die Kosten deutlich erhöhten und einen instabilen Betrieb befürchten ließen. 1968 ging Marviken zwar in einen zweijährigen Probebetrieb. Da die Kritik an dem teuren Projekt aber immer lauter wurde, Vattenfall die Zukunft in der Produktion von Leichtwasserreaktoren sah und Schweden 1969 den Atomwaffensperrvertrag ratifizierte, wurde der Reaktor 1970 stillgelegt. Dies bedeutete zugleich das Ende der schwedischen Linie für Schwerwasserreaktoren.[2][3]

Die Anlage wurde in ein Ölkraftwerk umgebaut, der Reaktor selbst in 1970er und 1980er Jahren zur Erforschung von Ereignissen bei Atomunfällen genutzt.[4]

Weitere Links

→ IAEO: The Marviken Reactor
→ mapio net: R4 nuclear reactor (Fotografie)

(Letzte Änderung: 15.03.2021)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 history.vattenfall.com: The history and heritage of Vattenfall abgerufen am 15. März 2021
  3. 3,0 3,1 books.google.de: Die Politik der latenten Proliferation: Militärische Nutzung "friedlicher" Kerntechnik in Westeuropa (S.283 und 327) von 1994
  4. stralsakerhetsmyndigheten.se: Decommissioning of nuclear facilities abgerufen am 14. Dezember 2018 (via WayBack)
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