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Die Lobbyisten > Lindner, Ludwig

Gründer des Vereins "Bürger für Technik (BfT)"

Der Chemiker Ludwig Lindner hatte im Kernforschungszentrum Karlsruhe und bei AEG im Plutoniumlabor gearbeitet. Nach seiner Pensionierung gründete er 2001 zusammen mit Ingenieuren und Physikern den Verein "Bürger für Technik (BfT)". Die "BfT" bezeichnet sich offiziell als "Gruppe von unabhängigen Bürgern", die technische Problemstellungen vermitteln möchte. In Wirklichkeit handelt es sich aber um eine getarnte Lobbyorganisation der Atomkonzerne, deren Mitglieder sich aus der Lobbyorganisation Kerntechnische Gesellschaft (KTG) rekrutieren und die Öffentlichkeit im Internet vom Nutzen der Atomkraft zu überzeugen versuchen. Bis 2004 war Lindner Sprecher der Fachgruppe "Nutzen der Kerntechnik" in der Kerntechnischen Gesellschaft.[1] Bis heute (April 2018) ist er stellvertretender Sprecher..[2]

Auf der Homepage der "Bürger für Technik" ist Lindner als Vorsitzender reichlich mit Artikeln vertreten, in denen er die Unverzichtbarkeit der Atomkraft herauszustellen versucht.[3] Weitere Beiträge Lindners erschienen in den Portalen Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE)  und Energie-Fakten.de.

→ AtomkraftwerkePlag: Bürger für Technik (BfT)
→ Lobbypedia: Bürger für Technik abgerufen am 2. Juli 2013

Selbstdarstellung im Bundestag

Im Februar 2013 nutzte Lindner eine öffentliche Anhörung im Bundestag zur Asse für eine Selbstdarstellung. So schrieb er, dass man die Fässer aus der Asse bergen könne, aber nicht müsse, da ihre Radioaktivität unbedenklich sei. Die unbedenkliche Salzlauge könne in der Nordsee entsorgt werden. Unterstützt wurde diese Sichtweise durch Hermann Hinsch, ebenfalls BfT-Mitglied.[4]

[Anmerkung: Das folgende Zitat war in den Ausschussdrucksachen des Bundestages enthalten, die im Netz nicht mehr verfügbar sind; den Wortlaut kann man aber auf der Website der BfT finden. Wir haben beides als Quellen angegeben.]

Zitat Dr. Ludwig Lindner

"Rückholung der Fässer aus dem Bergwerk Asse? Nein !!!!!
(...) Wegen der Unbedenklichkeit der Salzlaugen könnte diese technisch auch direkt in der Nordsee entsorgt werden, wie heute bereits andere Abwässer. (...) Außerdem ist die Abfallaktivität der in der Asse eingelagerten Fässer geringer als die natürliche Aktivität im Asseberg, zu welcher ganz besonders das dort in großen Mengen vorhandene radioaktive Kalium 40 (...) beiträgt. (...) Facit: Die Fässer sollten in der Asse verbleiben"[5][6]

(Letzte Änderung: 28.04.2019)

Einzelnachweise

  1. Zeit Online: Atomkraft – ja bitte! vom 17. April 2008
  2. KTG: Fachgruppen/Nutzen der Kerntechnik abgerufen am 12. April 2018
  3. Bürger für Technik: Kernenergie allgemein abgerufen am 27. September 2014. Siehe z. B. Bürger für Technik: (Kurzinfos Nr. 135 aus Energie, Wissenschaft und Technik vom 26. Juli 2004
  4. heise.de: Experten fordern schnellstmögliche Rückholung des Atommülls aus der Asse vom 21. Februar 2013
  5. bundestag.de Stellungnahme Dr. Ludwig Lindner 17(16)686-A vom Februar 2013 [Website nicht mehr verfügbar]
  6. Bürger für Technik: Rückholung der Fässer aus dem Bergwerk Asse? Nein !!!!! vom 8. Februar 2013
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