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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Mexiko > Laguna Verde (Mexiko)

2 Siedewasserreaktoren • Leistung: 805 MW/803 MW • Typ: 2 x BWR-5 • Hersteller GE •
Baubeginn: 1. Oktober 1976/1. Juni 1977 • Inbetriebnahme: 8. November 1988/6. September 1994 • [1][2]
Abschaltung: offen


Einziges mexikanisches Atomkraftwerk

AKW Laguna Verde (Mexiko)

Der Standort Laguna Verde befindet sich nordöstlich der Stadt Veracruz im Südosten des Landes.[3]

Dort erzeugen derzeit zwei Siedewasserreaktoren mit einer Leistung von 805 und 803 MW Strom, die 1988 und 1994 in Betrieb gegangen sind. Laguna Verde ist das einziges AKW in Mexiko. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die mexikanische Gesellschaft Comisión Federal De Electricidad (CFE).[1] Hersteller war General Electric.[2]

Die Inbetriebnahme erfolgte trotz der erdbebengefährdeten Lage an zwei tektonischen Platten und Protesten aus der Bevölkerung wegen mangelhafter Sicherheitsvorkehrungen und möglicher Umweltschäden .[4]

Laguna Verde verschlang in zwanzigjähriger Planungs- und Bauzeit Kosten von 4,5 Mrd. US-Dollar.[5] Die ursprüngliche Kostenschätzung war bei 1,5 Mrd. US-Dollar gelegen.[6]

2007 bis 2011 wurden Modernisierungsarbeiten an Laguna Verde mit dem Ziel durchgeführt, die Leistung zu erhöhen und eine Laufzeitverlängerung auf 40 Jahre zu ermöglichen.[7]

Im September 2015 wurde bekannt, dass Mexiko den Bau zweier neuer Einheiten am Standort Laguna Verde prüft. Im gleichen Jahr war die Leistung der aktiven Reaktoren um ca. 16 % erhöht worden.[8]

Am 17.Juli 2020 genehmigte das mexikanische Energieministerium SENER die Verlängerung der Betriebsbewilligung für Laguna-Verde-1 bis zum 24. Juli 2050.[9]

Pannen und Störfälle

Während der Bauphase der Anlage, die von den Einwohnern "das Monster" genannt wurde, reihten sich Pannen an Pannen, weswegen sich die Inbetriebnahme um lange Jahre verzögerte. Für die Umweltschützer der Nationalen Ökologischen Allianz war die Entstehung des AKW auf "ein Bündel von Irrtümern, Unfällen und Korruption" zurückzuführen. Die Mexikanische Ökologische Vereinigung, ein Zusammenschluss von 28 Umweltschutzorganisationen, kommentierte: "Die wirtschaftlichen Interessen einer kleinen Gruppe korrupter Leute gefährden das Leben Tausender Mexikaner." Alle Bedenken, dass Naturgewalten und menschliches Versagen zu einem Atomunfall führen können, wurden von den Betreibern zurückgewiesen.[6]

Am 12. Juli 2002 ereignete sich ein Störfall, der später mit der INES-Stufe 2 klassifiziert wurde. Im Anschluss an Inspektionen und Reparaturen kam es beim Hochfahren des Reaktors zu einer Schnellabschaltung, da das Nachspeisesystem nicht betriebsbereit war. Es funktionierte bereits seit über einem Jahr nicht, was aber wegen mangelhafter Überwachung nicht festgestellt worden war.[10]

2005 wurde laut Medienberichten schon einmal die Stilllegung des Atomkraftwerks erwogen,[11] zu der es aber dann nicht gekommen ist.

Im August 2007 wurde das AKW wegen des Hurrikans Dean vorsorglich heruntergefahren. "Etwa 2.000 Busse standen zur Verfügung, um die Region um das AKW im Notfall räumen zu können."[12]

(Letzte Änderung: 15.06.2021)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/Mexiko abgerufen am 15. Juni 2021
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. WNA: Laguna Verde 1, Mexico abgerufen am 15. Juni 2021
  4. msn Wissen: Droht der Welt ein zweites Fukushima? vom 22. März 2011 (via WayBack)
  5. DER SPIEGEL 1/1988: Lustgewinn wie auf einem Nagelbrett vom 3. Januar 1988
  6. 6,0 6,1 DER SPIEGEL 50/1986: Gefährliches Monster vom 7. Dezember 1986
  7. nuklearforum.ch: Mexiko: Abschluss von Modernisierungsarbeiten in Laguna Verde vom 10. Februar 2011
  8. Reuters: UPDATE 1-Mexico eyes construction of two new nuclear reactors -official vom 24. September 2015
  9. nuklearforum.ch: Mexiko: Betriebsverlängerung für Laguna-Verde-1 erteilt vom 27. Juli 2020
  10. nuklearforum.ch: Mexico: Laguna-Verde-Zwischenfall definitiv auf Ines-Stufe vom 19. Dezember 2002
  11. La Jornada: Comenzó CFE el proceso para desmantelar Laguna Verde vom 13. März 2005
  12. taz.de: Weniger Sturmschaden als befürchtet vom 23. August 2007
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