Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Kuwait

Kuwait Towers (Kuwait Stadt)

Kuwait wurde 1964 Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[1]

1970 setzte Kuwait mit Unterstützung der IAEO und Großbritanniens ein erstes Programm zur Entwicklung der Atomenergie auf und schrieb einen 50-MW-Demonstrationsreaktor aus. Wegen des Unfalls in Harrisburg/Three Mile Island (USA) und dem Krieg zwischen Irak und Iran wurde das Programm in den frühen 1980er Jahren jedoch gestoppt.[2]

Nachdem Kuwait 2006, so berichtet die World Nuclear Association (WNA), zusammen mit Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Katar und Oman eine Studie zur Nutzung der Atomkraft angekündigt hatte, wurde 2007 eine Machbarkeitsstudie in Zusammenarbeit mit der IAEO initiiert.[3] Die Staaten des Golfkooperationsrates planten, mit Hilfe Russlands in die Atomkraft einzusteigen.[4]

Im September 2010 und Juli 2011 kündigte Kuwait an, vier 1.000-MW-Reaktoren bis 2022 bauen zu wollen.[5]

Zweifel an der Notwendigkeit von Atomkraftwerken im ölreichen Kuwait, auch infolge der Fukushima-Katastrophe, sowie die ungeklärte Frage der Lagerung radioaktiver Abfälle führten dazu, dass Kuwait sich am 23. Februar 2012 dazu entschied, seine nuklearen Pläne aufzugeben.[5][6]

Statt dessen forciert Kuwait den Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Solarenergie. Ein Auftrag für die Errichtung eines 2.000-MW-Energieparks wurde 2012 an ein deutsches Unternehmen vergeben.[7]

(Letzte Änderung: 14.03.2020)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Member States abgerufen am 11. März 2016
  2. IAEO: Country Nuclear Power Profiles/Kuwait abgerufen am 14. Februar 2015 (via WayBack)
  3. WNA: Nuclear Power in Saudi Arabia abgerufen am 3. März 2013
  4. Der Tagesspiegel: Golfstaaten wollen Kernenergie – mit Moskaus Hilfe vom 15. Februar 2007
  5. 5,0 5,1 upi.com: Kuwait abandons nuclear power option vom 23. Februar 2012
  6. Deutschlandfunk: Atomare Renaissance trotz Fukushima? vom 9. März 2012
  7. erneuerbareenergien.de: Kuwait: Erneuerbare statt Atom vom 7. Juni 2012
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