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Atomenergie in Europa > Russland > Kostroma (Russland)

4 Druckwasserreaktoren • Leistung: 4 x 1.000 MW • Typ: RBMK-1500, später WPBER-600 •
Hersteller: Minatomenergo • Bestellung: 1981 • Baubeginn: 1981/1983/1984/1985 •
Geplante Fertigstellung: 1986/1987/1988/1989 • Projektende: September 1991[1][2][3]


Ipatios-Kloster in Kostroma (Russland)

Kostroma ist ein nicht fertiggestelltes Atomkraftwerk, das bei der gleichnamigen russischen Stadt 350 Kilometer nordöstlich von Moskau entstehen sollte.[4]

Nachdem 1978 zunächst eine Machbarkeitsstudie für das AKW erarbeitet worden war, wurde am 15. April 1980 auf Beschluss des Ministerrats und des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Sowjetunion ein Direktorat zur Errichtung von zwei Reaktoren des Typs RBMK-1500 in Kostroma gegründet. Der Baubeginn von Kostroma wurde für den 11. Juni 1980 angeordnet, erfolgte jedoch erst – nach Bestellung der geplanten vier Einheiten 1981 – in den Jahren 1981/1983/1984/1985. Hersteller war Minatomenergo. Die Inbetriebnahme war für 1986/1987/1988/1989 geplant. Nach der Tschernobyl-Katastrophe wurden am 15. Juni 1990 die Bauarbeiten gestoppt, im September 1991 das Projekt beendet und 1992 die Finanzierung eingestellt.[2][1] Eigentümer und Betreiber war Rosenergoatom.[3]

1992: Zweiter Anlauf scheitert an Referendum

Nach dem Ende der Sowjetunion entschied der Rat der Volksdeputierten der Region Kostroma am 12. Dezember 1992, den Bau fortzusetzen und ordnete am 21. April 1993 die Durchführung einer neuen Machbarkeitsstudie an. Am 19. Juli 1994 beschloss die Duma der Region Kostroma, das AKW mit sichereren WPBER-600-Reaktoren auszustatten. Jedoch hatte sich ein Jahr zuvor eine lokale Widerstandsbewegung "Im Namen des Lebens" gebildet, die nach einer langen Auseinandersetzung mit den Behörden 36.525 Stimmen Unterschriften sammelte – genug, um ein Referendum über die Duma des Distrikts einzuleiten. Nachdem am 8. Dezember 1996 87,44 % der Teilnehmer das Projekt ablehnten, wurde der Bau neuerdings abgesagt. Am 20. Juli 2000 hob die zweite DUMA von Kostroma die vorherige Entscheidung, das AKW zu bauen, auf. Am 1. März 2007 widerrief die DUMA die Entscheidung von 2000 wegen Energieknappheit in einigen Regionen.[2][5]

2008: Dritter Anlauf mit Tsentral/Kostroma

Laut World Nuclear Association (WNA) beschloss Rosenergoatom 2008, am Fluss Kostroma in der gleichnamigen Region, 5 bis 10 Kilometer entfernt von Buisk, eine 2.340-MW-Anlage mit Namen Tsentral zu errichten. Im November 2013 wurden zwei Einheiten mit je 1.255 MW in den Entwurf der regionalen Energieplanung aufgenommen. Tsentral/Kostroma-1 und -2 sollen mit Baukosten von 5 Mrd. US-Dollar bis 2030 in Betrieb gehen.[6]

(Letzte Änderung: 06.01.2021)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE (S.72) von 1997
  2. 2,0 2,1 2,2 Rosenergoatom: "Directorate for Construction of Kostoma NPP" Branch von 2010 (via WayBack)
  3. 3,0 3,1 IAEO: KOSTROMA-1 und KOSTROMA-2 abgerufen am 4. Juni 2011 (via WayBack)
  4. Nucnet: Russia Unveils Detailed Plans To Build 21 New Nuclear Power Units By 2030 vom 22. November 2013
  5. wiseinternational.org: "In the name of life" - The people of Kostroma decide on their future vom 16. Oktober 1998
  6. WNA: Nuclear Power in Russia abgerufen am 6. Januar 2021
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