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Der zentralasiatische Staat erbte aus sowjetischer Zeit diverse Uranminen, u.a. an den Standorten Min-Kush im Zentrum Kirgisistans, Kadji-Say im Osten und Tyuamuyin im Süden des Landes.<ref>NTI: [http://www.nti.org/learn/countries/kyrgyzstan/ Kyrgyzstan] abgerufen am 19. August 2017</ref>
 
Der zentralasiatische Staat erbte aus sowjetischer Zeit diverse Uranminen, u.a. an den Standorten Min-Kush im Zentrum Kirgisistans, Kadji-Say im Osten und Tyuamuyin im Süden des Landes.<ref>NTI: [http://www.nti.org/learn/countries/kyrgyzstan/ Kyrgyzstan] abgerufen am 19. August 2017</ref>
   
Ein großes Gebiet mit Uranminen befindet sich im Distrikt Mailuu-Suu in der Provinz Jalal-Abad im Westen. Dort wurden zwischen 1946 und 1967 9.000 Tonnen [[Radioaktive Substanzen#Uran|Uran]] gefördert. Die dortigen 27 Halden sind in einem schlechten Zustand und enthalten große Mengen an Uranrückständen.<ref name="WNA_Kyrgyzstan">WNA: [http://www.world-nuclear.org/information-library/country-profiles/countries-g-n/kyrgyzstan.aspx Uranium in Kyrgyzstan] abgerufen am 19. August 2017</ref> Diese wurden nach der Förderung einfach in Senken und Kuhlen gekippt und lediglich mit Erde zugeschüttet, weswegen die Stadt Mailuu-Suu und ihr Umkreis zu den am schlimmsten kontaminierten Gegenden der Welt zählen. Die Halden und Schlämme sind verseucht mit [[Radioaktive Substanzen#Thorium|Thorium]], Radium, [[Radioaktive Substanzen#Radon|Radongas]], Schwermetallen und Arsen. Die Krebserkrankungen sind doppelt so hoch wie in den anderen Gegenden Kirgisistans. Das Gebiet ist nur 25 Kilometer vom dicht besiedelten Ferganga-Tal entfernt. Insgesamt sollen in Kirgisien 475 Millionen Tonnen Urangestein und Uranschlamm lagern.<ref>Spiegel Online: [http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/stalins-erbe-uranschlamm-aus-kirgisien-bedroht-zentralasien-a-594166.html Uranschlamm aus Kirgisien bedroht Zentralasien] vom 5. Dezember 2008</ref>
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Ein großes Gebiet mit Uranminen befindet sich im Distrikt Mailuu-Suu in der Provinz Jalal-Abad im Westen. Dort wurden zwischen 1946 und 1967 9.000 Tonnen [[Radioaktive Substanzen#Uran|Uran]] gefördert. Die dortigen 27 Halden sind in einem schlechten Zustand und enthalten große Mengen an Uranrückständen.<ref name="WNA_Kyrgyzstan">WNA: [http://www.world-nuclear.org/information-library/country-profiles/countries-g-n/kyrgyzstan.aspx Uranium in Kyrgyzstan] abgerufen am 19. August 2017</ref> Diese wurden nach der Förderung einfach in Senken und Kuhlen gekippt und lediglich mit Erde zugeschüttet, weswegen die Stadt Mailuu-Suu und ihr Umkreis zu den am schlimmsten kontaminierten Gegenden der Welt zählen. Die Halden und Schlämme sind verseucht mit [[Radioaktive Substanzen#Thorium|Thorium]], [[Radioaktive Substanzen#Radium|Radium]], [[Radioaktive Substanzen#Radon|Radongas]], Schwermetallen und Arsen. Die Krebserkrankungen sind doppelt so hoch wie in den anderen Gegenden Kirgisistans. Das Gebiet ist nur 25 Kilometer vom dicht besiedelten Ferganga-Tal entfernt. Insgesamt sollen in Kirgisien 475 Millionen Tonnen Urangestein und Uranschlamm lagern.<ref>Spiegel Online: [http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/stalins-erbe-uranschlamm-aus-kirgisien-bedroht-zentralasien-a-594166.html Uranschlamm aus Kirgisien bedroht Zentralasien] vom 5. Dezember 2008</ref>
   
 
1951 wurde in der Nähe der Hauptstadt Bischkek am Fluss Chu die Uranmühle Kara Balta errichtet, in der das Uranerz bis 1989 behandelt wurde. 2007 wurde die Anlage wiedereröffnet, im November 2015 jedoch wegen fehlender Aufträge geschlossen.<ref name="WNA_Kyrgyzstan"/>
 
1951 wurde in der Nähe der Hauptstadt Bischkek am Fluss Chu die Uranmühle Kara Balta errichtet, in der das Uranerz bis 1989 behandelt wurde. 2007 wurde die Anlage wiedereröffnet, im November 2015 jedoch wegen fehlender Aufträge geschlossen.<ref name="WNA_Kyrgyzstan"/>

Aktuelle Version vom 23. Dezember 2017, 18:51 Uhr

Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Kirgisistan

Strahlendes Erbe aus der Sowjetunion

Kirgisische Hauptstadt Bischkek

Kirgisistan, seit 2003 Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO),[1] besitzt keine Atomkraftwerke.

Der zentralasiatische Staat erbte aus sowjetischer Zeit diverse Uranminen, u.a. an den Standorten Min-Kush im Zentrum Kirgisistans, Kadji-Say im Osten und Tyuamuyin im Süden des Landes.[2]

Ein großes Gebiet mit Uranminen befindet sich im Distrikt Mailuu-Suu in der Provinz Jalal-Abad im Westen. Dort wurden zwischen 1946 und 1967 9.000 Tonnen Uran gefördert. Die dortigen 27 Halden sind in einem schlechten Zustand und enthalten große Mengen an Uranrückständen.[3] Diese wurden nach der Förderung einfach in Senken und Kuhlen gekippt und lediglich mit Erde zugeschüttet, weswegen die Stadt Mailuu-Suu und ihr Umkreis zu den am schlimmsten kontaminierten Gegenden der Welt zählen. Die Halden und Schlämme sind verseucht mit Thorium, Radium, Radongas, Schwermetallen und Arsen. Die Krebserkrankungen sind doppelt so hoch wie in den anderen Gegenden Kirgisistans. Das Gebiet ist nur 25 Kilometer vom dicht besiedelten Ferganga-Tal entfernt. Insgesamt sollen in Kirgisien 475 Millionen Tonnen Urangestein und Uranschlamm lagern.[4]

1951 wurde in der Nähe der Hauptstadt Bischkek am Fluss Chu die Uranmühle Kara Balta errichtet, in der das Uranerz bis 1989 behandelt wurde. 2007 wurde die Anlage wiedereröffnet, im November 2015 jedoch wegen fehlender Aufträge geschlossen.[3]

Pläne zur Sanierung

Uranium_Tailings_of_Kyrgyzstan_a_Threat_to_Central_Asia

Uranium Tailings of Kyrgyzstan a Threat to Central Asia

2004 begannen Gespräche mit Russland über eine Sanierung der Uranminen und -rückstände in Kirgisien. 2010 bis 2012 wurde ein Pilotprojekt in Mailuu-Suu durchgeführt, welches die Weltbank finanzierte. Im Juni 2015 setzte die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) einen Fonds zur Behandlung radioaktiver Abfälle in priorisierten Uranabbau-Gebieten auf, u.a. auch in Kirgisistan.[3]

Nachdem der kirgisische Präsident Almazbek Atambayev im August 2017 die Rahmenvereinbarung dazu unterzeichnet hat, soll nun die Sanierung eingeleitet werden, für die die EBRD 16,5 Mio. Euro zur Verfügung stellt. Die Arbeiten sollen in Min-Khush and Shekaftar mit dem Ziel beginnen, die Lebensumstände der Bevölkerung zu verbessern und diese vor der Strahlung zu schützen.[5]

Trotz allem wurden in den vergangenen Jahren diverse Lizenzen zur Erforschung und Ausbeutung von Uran in Kirgisistan an internationale Konzerne vergeben.[3]

→ Deutschlandfunk: "Wir atmen Uran, wir essen Uran" vom 10. Oktober 2009

(Letzte Änderung: 23.12.2017)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Member States abgerufen am 11. März 2016
  2. NTI: Kyrgyzstan abgerufen am 19. August 2017
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 WNA: Uranium in Kyrgyzstan abgerufen am 19. August 2017
  4. Spiegel Online: Uranschlamm aus Kirgisien bedroht Zentralasien vom 5. Dezember 2008
  5. world nuclear news: Kyrgyzstan ratifies remediation agreement vom 18. August 2017