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Organisationen und Kommissionen > Kerntechnische Hilfsdienst GmbH (KHG)

Notfallvorsorge nach Störfällen

Die Kerntechnische Hilfsdienst GmbH ist ein Unternehmen, das 1977 von den Atomkraftwerksbetreibern, der Brennstoffkreislaufindustrie und den Großforschungszentren gegründet wurde. Ihre Mandat besteht darin, "nach einem Störfall die Anlage zu stabilisieren, die Ursache zu analysieren und die Folgen des Störfalles zu beseitigen." Zu den Aufgaben der KHG gehören beispielweise Strahlungsschutzmessungen und -überwachung, Bergung von radioaktivem Material, Inspektionen mit fernbedienten Fahrzeugen oder Dekontamination.[1] Das Unternehmen verfügt über ausgebildetes Personal und spezielle Hilfsmittel.[2]

Eigentümer der KHG sind zu 87,6 % über eine Beteiligungsgesellschaft die vier großen Atomkonzerne EnBW, E.ON, RWE, Vattenfall, sowie die GNS, die WAK (Rückbau- und Entsorgungs- GmbH, seit 2009 Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH (KTE)) genannt, und das Forschungszentrum Jülich.[3]

Mit der KHG gibt es Kooperationsabkommen der Atomkraftwerksbetreiber. Das Unternehmen übt in größeren Zeitabständen das Zusammenwirken mit dem Krisenstab und den Behörden bei Störfällen.[4]

Roboter und ferngesteuerte Fahrzeuge

Der Kerntechnische Hilfsdienst verfügt über Roboter und ferngesteuerte Fahrzeuge, die bei Atomunfällen eingesetzt werden können. Die Geräte müssen so geschützt sein, dass sie radioaktiver Strahlung widerstehen können.

Kameragehäuse werden durch eine Wolfram-Bleilegierung geschützt, Objektive durch Bleiglasvorlagen. 23 Mitarbeiter der Stammbelegschaft trainieren die übrigen Mitarbeiter im Umgang mit den Fahrzeugen. Mit 140 Mitarbeitern wird eine Rufbereitschaft rund um die Uhr gewährleistet.[5]

Unterstützung bei Abrüstung und Tschernobyl

Am 16. Dezember 1992 sagte die Bundesregierung Russland die Lieferung von Geräten der KHG für 6 Mio. Deutsche Mark im Rahmen der Abrüstungshilfe (Beseitigung von Atomwaffen) zu. Die Lieferung erfolgte 1994.[6]

Nach der Fukushima-Katastrophe hatte Deutschland Japan am 18. März 2013 angeboten, Roboter der KGH zur Unterstützung am havarierten AKW zu liefern.[7][8]

2013 standen zwölf Roboter zur Verfügung. Michael Gustmann, der Betriebsleiter der KHG, der in diesem Jahr auch Juryvorsitzender beim Wettbewerb für Rettungsroboter (Eurathlon) war, erklärte, dass man 1986 Geräte in Tschernobyl eingesetzt habe, nicht aber in Fukushima. In Deutschland sei es bislang noch zu keinem gefährlichen Einsatz gekommen. Einem autonomen Einsatz von Robotern ohne menschliche Bedienung steht Gustmann skeptisch gegenüber, da es zu viele unvorhersehbare Situationen gebe.[9][10]

(Letzte Änderung: 19.01.2020)

Einzelnachweise

  1. KHG: Homepage abgerufen am 22. Oktober 2015
  2. kernfragen.de: Kerntechnischer Hilfsdienst abgerufen am 30. Oktober 2014 (via WayBack)
  3. KHG: Gesellschaftsstruktur abgerufen am 22. Oktober 2015
  4. BMU: Übereinkommen über nukleare Sicherheit vom 26. Juni 2013 (via WayBack)
  5. Stuttgarter Zeitung: Die Roboter stehen rund um die Uhr bereit vom 7. April 2011
  6. Deutscher Bundestag: Drucksache 13/1126 vom 13. April 1995
  7. Fokus Online: Deutschland zur Lieferung von Robotern bereit am 18. März 2013
  8. Süddeutsche.de: Strom in vier Reaktoren soll bald wieder fließen vom 19. März 2011
  9. heise.de: Eurathlon: "Hoffentlich müssen wir die Roboter nie einsetzen“ vom 24. September 2013
  10. KHG: Ansprechpartner abgerufen am 22. Oktober 2015
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