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Hans-Peter Keitel

Hans-Peter Keitel war von 2009 bis Ende 2012 Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI).[1]

Im Oktober 2009 sprach sich Keitel für verlängerte Laufzeiten bei deutschen Atomkraftwerken und gegen die Förderung erneuerbarer Energien aus.[2]

Im August 2010 unterzeichnete Keitel den "energiepolitischen Appell", eine der zentralen Maßnahmen der deutschen Atomlobby, um eine Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke durchzusetzen.[3]

Am 18. März 2011 bezeichnete er den infolge der Fukushima-Katastrophe initierten Atomausstieg in Deutschland als falsch und berief sich auf nicht genannte "Spezialisten", die eine weitere Nutzung befürworteten.[4] Noch Ende Mai 2011 protestierte Keitel lauthals gegen einen Atomausstieg und forderte Sicherungsmaßnahmen. "Ein Atomausstieg ohne Netz und doppelten Boden sei eine abenteuerliche Vorstellung für ein hoch entwickeltes Industrieland".[5]

Im Juli 2011 war Keitel in seiner Wortwahl zurückhaltender, benutzt aber weiterhin bekannte Stereotype der Atomlobby. So warnte er vor steigenden Kosten und Gefahren für die Wettbewerbsfähigkeit. der deutschen Industrie. "Wir haben die Frage, welche Energie wir in Zukunft haben werden, ob sie sicher, sauber und bezahlbar ist, noch längst nicht beantwortet. (...) Die Bundesregierung hat detailliert festgelegt, wann jedes Kernkraftwerk vom Netz geht und wie viel alternative Energie in welchem Jahr da sein muss. (...) Ich sage Ihnen: Das wird nicht nach einem festen Zehnjahresplan funktionieren."[6]

Im Juli 2012 plädierte Keitel für eine Verzögerung bei der Energiewende, warnte vor einer Bevorzugung erneuerbarer Energien und davor, "blind in eine Krise" zu rennen.[7]

Auch im November 2012 sah Keitel die Energiewende als "akut gefährdet" an und warnte vor deren Scheitern. "Hintergrund seien die ausufernden Kosten des bis 2022 angestrebten Atomausstiegs und des Umbaus der deutschen Stromnetze auf Ökostrom."[8] Dass Atomkraftwerke nie wirtschaftlich betrieben werden konnten und bis heute mit Milliarden von Euro subventioniert werden, ließ Keitel unerwähnt.

Im März 2015 lehnte Keitel ein Angebot ab, den Posten des Aufsichtsratschefs bei RWE zu übernehmen.[9]


(Letzte Änderung: 29.04.2019)

Einzelnachweise

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