Atomenergie in Europa > Russland > Kalinin (Russland)

4 Druckwasserreaktoren • Leistung: 4 x 1.000 MW •
Typ: 2 x WWER V-338: 2 x WWER V-320 • Hersteller: Minatomenergo •
Baubeginn: 1977/1982/1985/1986 • Inbetriebnahme: 1984/1986/2004/2011 •[1][2] Abschaltung: offen


Größtes AKW Zentralrusslands

AKW Kalinin 2010 (Russland)

Das Atomkraftwerk Kalinin, im Norden der Oblast Twer gelegen, ist der größte Stromproduzent in Zentralrussland.[3]

Am Standort Kalinin, 125 Kilometer von Twer und vier Kilometer von der Satellitenstadt Udomlin entfernt, erzeugen derzeit vier Druckwasserreaktoren mit einer Leistung von je 1.000 MW Strom, die 1984/1986/2004/2011 in Betrieb gegangen sind. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die russische Gesellschaft Rosenergoatom,[1][4] Hersteller war Minatomenergo.[2]

Die 1974 bestellte und 1983 in Bau gegangene jüngste Einheit Kalinin-4 hätte eigentlich schon 1989 in Betrieb gehen sollen.[2] Die Bauarbeiten wurden jedoch 1991 eingestellt und erst 2007 wieder aufgenommen.[3] Die Inbetriebnahme erfolgte erst 2011.[1]

Im Juli 2014 bewilligte die russische Aufsichtsbehörde Rostechnadzor nach einer Nachrüstung eine Laufzeitverlängerung von Kalinin-1 um 10 Jahre bis 2025.[5] Am 27. November 2017 wurde für Kalinin-2 eine Laufzeitverlängerung um 21 Jahre bis 30. November 2038 genehmigt.[6]

Vier Kilometer vom Standort Kalinin entfernt war laut World Nuclear Association (WNA) ein zusätzliches Atomkraftwerk Twer mit vier WWER-1200-Reaktoren geplant. 2011 wurde bei Rosatom noch berichtet, zwei Reaktoren sollten bis 2020 errichtet werden. Ob oder wann das Atomkraftwerk wirklich fertiggestellt wird, ist jedoch offen.[7][8]

→ Rosenergoatom: Kalinin NPP (Informationen des Betreibers, via WayBack)

Störfälle

Am 18. Dezember 1984 kam es laut deutschem Bundesumweltministerium im Reaktor 1 zu einem "Großbrand im Maschinenhaus mit mehreren Entstehungsbränden an einem Leistungskabel".[9]

Laut Informationen eines IAEO-Inspektionsteams haben sich 1990 zwei Störfälle  der INES-Stufe 2 ereignet, die nicht näher beschrieben wurden.[10]

Bei einem Brand in Lüftungsschächten, der bei Malerarbeiten ausbrach, wurde am 14. Januar 1999 ein Arbeiter getötet.[11]

Am 18. Juli 2019 mussten die Einheiten 1, 2 und 4 vom Netz genommen werden. Ursache war laut Rosenergoatom ein Kurzschluss an einem Transformator.[12]

Videobeitrag

  • ""Der russische Premier Wladimir Putin hat an der feierlichen Inbetriebnahme des 4. Reaktors des AKW Kalinin teilgenommen. Seinen Worten nach erlebt die russische Atombranche eine "Renaissance"." Quelle: YouTube
Putin_im_AKW_Kalinin

Putin im AKW Kalinin

Hochgeladen auf YouTube am 13. Dezember 2011

(Letzte Änderung: 30.12.2020)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 IAEO: PRIS - Country Statistics/Russian Federation abgerufen am 30. Dezember 2020
  2. 2,0 2,1 2,2 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. 3,0 3,1 Stimme Russlands: Vierter Reaktorblock auf AKW Kalinin gestartet vom 12. Dezember 2011 (via WayBack)
  4. Rosenergoatom: Kalinin NPP abgerufen am 30. April 2017 (via WayBack)
  5. nuklearforum.ch: Russland: Betriebszeitverlängerung für Kalinin-1 vom 9. Juli 2014
  6. nuklearforum.ch: Russland: Betriebszeitverlängerung für Kalinin-2 vom 28. Dezember 2017
  7. WNA: Nuclear Power in Russia abgerufen am 30. Dezember 2020
  8. Rosatom: Tver N-plant pre-project docs passed regulatory review vom 7. April 2011
  9. BMUB: Bewertung von Personalhandlungen bei der Brandentstehung, Branderkennung und Brandbekämpfung in deutschen Kernkraftwerken von 2005 (via WayBack)
  10. Nuclear Energy Institute: Soviet-Designed Nuclear Power Plants in Russia, Ukraine, Lithuania, Armenia, the Czech Republic, the Slovak Republic, Hungary and Bulgaria (Fifth Edition) von 1997 (via WayBack)
  11. Umweltbundesamt/SNS: Störfall im AKW Kalinin vom 4. Mai 2010 (via WayBack)
  12. world nuclear news: Kalinin and Beloyarsk outages due to non-nuclear faults, says Rosenergoatom vom 19. Juli 2019
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