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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Indien > Kakrapar (Indien)

3 Schwerwasserreaktoren •
Leistung: 2 x 220 MW/1 x 700 MW • Typ: 2 x Horizontal Pressure Tube/1 x PHWR-700 • Hersteller: DAE •
Baubeginn: 1984/1985/2010 • Inbetriebnahme: 1992/1995/2020 •[1][2] Abschaltung: offen


Atomkraftwerk in Gujarat

Kakrapar-Reaktoren im Bau

Das Atomkraftwerk Kakrapar befindet sich östlich der Millionenstadt Surat im Bundesstaat Gujarat im Westen Indiens.[3]

Dort liefern zwei Schwerwasserreaktoren des Typs Horizontal Pressure Tube und einer Leistung von je 220 MW sowie ein weiterer vom Typ PHWR-700 mit 700 MW Leistung Strom, die 1992, 1995 und 2020 in Betrieb gegangen sind. Eigentümer und Betreiber der Anlage ist die Nuclear Power Corporation of India, Hersteller war das indische Department of Atomic Energy.[1][2]

Gegen den Bau des Atomkraftwerks im Heimatbundesstaat von Mahatma Gandhi hatte es Proteste gegeben.[4]

2009 und 2010 hat Kakrapar-1 laut Angaben der IAEO keinen Strom produziert.[5]

Seit 2010 befanden sich zwei Schwerwasserreaktoren vom Typ PHWR-700 mit je 700 MW geplanter Leistung im Bau,[1] die laut World Nuclear Association (WNA) eigentlich 2015 fertiggestellt werden sollten. Die Baumaßnahmen waren jedoch wegen fehlerhafter Bereitstellung von Komponenten im Verzug. Im Oktober 2015 waren die beiden Einheiten erst zu 75 bzw. 65 % fertiggestellt. Mit der Inbetriebnahme von Kakrapar-3 wurde zu jener Zeit Ende 2016/Anfang 2017 gerechnet; Kakrapar-4 sollte später folgen.[6]

Am 22. Juli 2020 ging Kakrapar-3 schließlich in Betrieb.[1] Kakrapar-4 soll im September 2021 fertiggestellt werden.[7]

Überflutung für eine Notkühlung und andere Zwischenfälle

1994 musste ein Kakrapar-Reaktor für eine Notkühlung überflutet werden. Das Ereignis wurde von den Behörden verschwiegen.[8] Dabei wurde, so berichtete die indische Filmemacherin Saraswati Kavula, der benachbarte See mit radioaktiven Substanzen kontaminiert. Das Wasser des Sees fließt in einen Fluss, wo Menschen baden und fischen. Niemand hat sie vor den Gefahren gewarnt.[9]

Am 10. März 2004 ereignete sich ein Störfall der INES-Stufe 2. Bei Wartungsarbeiten an Kakrapar-1 wurden die Stromversorgung für die Steuerstäbe sowie das sogenannte Automatic Liquid Poison Addition System beschädigt. Die Reaktorleistung stieg unbeabsichtigt an. Dies verdeutlichte vor allem Schwächen bei der Sicherheitskultur des AKWs. Die Regulierungsbehörde AERB verfügte eine Abschaltung und eine detaillierte Untersuchung.[10]

Am 22. August 2006 durchsuchte die Polizei das AKW, weil nach Informationen von Dorfbewohnern bewaffnete Männer eingedrungen waren. Ein Alarm wurde ausgelöst. Laut Innenministerium wurden jedoch keine Eindringlinge gefunden.[11]

Am 11. März 2016 wurde in Kakrapar-1 ein Notfall erklärt und die Einheit abgeschaltet, da ein Leck an einer Kühlleitung entdeckt wurde. Nach einer Meldung vom 22. März wurden 12 Brennelemente entfernt und das Leck abgedichtet.[12]

→ Nuclear Power Corporation of India Ltd.: Plants Under Operation/All Plants (Informationen des Betreibers)

(Letzte Änderung: 15.01.2021)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 IAEO: PRIS - Country Statistics/India abgerufen am 15. Januar 2021
  2. 2,0 2,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  3. WNA: Kakrapar 1, India abgerufen am 15. Januar 2021
  4. DER SPIEGEL 1/1988: Lustgewinn wie auf einem Nagelbrett vom 4. Januar 1988
  5. IAEO PRIS: Kakrapar-1 abgerufen am 15. Januar 2021
  6. The Statesman: 3rd atomic reactor at Kakrapar reaches a milestone vom 31. Oktober 2015 (via WayBack)
  7. world nuclear news: Kakrapar 3 achieves first criticality vom 22. Juli 2020
  8. taz.de: Indiens Regierung will 63.000 Megawatt vom 24. März 2011
  9. countercurrents.org: The Great Indian Nuclear Maya vom 28. März 2012
  10. AERB: Unit-1 of Kakrapar Atomic Power Station shut down as per directive of AERB vom 22. April 2004
  11. Spiegel Online: Alarm: Indische Polizei sucht bewaffnete Eindringlinge in Atomkraftwerk vom 22. August 2006
  12. newkerala.com: Leak in the Kakrapar nuclear reactor plugged, plant emergency lifted vom 22. März 2016 (via WayBack)
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