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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Jamaika

Norden von Kingston (Jamaica)

Jamaika ist seit 1Jamaica Signs a Country Programme Framework (CPF) for 2018–2023965 Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[1]

1984 wurde in Jamaika das "International Centre for Environmental and Nuclear Sciences" (ICENS) auf dem Campus der "University West Indies" in Mona gegründet.[2]

Das ICENS betreibt hier einen kleinen 20-KW-Forschungsreaktor mit der Bezeichnung UWI CNS SLOWPOKE, der am 13. März 1984 in Betrieb genommen wurde.[3] 2015 ist der Reaktor von hoch angereichertem auf niedrig angereichertes Uran umgestellt worden. Das hoch angereicherte Uran wurde in die USA überführt.[4]

Am 19. August 2018 unterzeichneten Costa Rica und die IAEO ein Rahmenabkommen zur technischen Zusammenarbeit für die Jahre 2018 bis 2023.[5]

Diskussion über kommerzielle AKW

Bislang besitzt Jamaika kein kommerzielles Atomkraftwerk, die Frage einer Nutzung der Atomenergie ist aber im Land immer wieder diskutiert worden.

So hält beispielsweise das ICENS die Nutzung der Atomkraft zur Energieerzeugung für wünschenswert, um das Land unabhängiger von steigenden Preisen fossiler Energien zu machen.[6]

2009 hatte die Regierung die Nutzung der Atomkraft zur Energiegewinnung erwogen.[7] Im National Development Plan (the Vision 2030) wurden, so eine Meldung vom Februar 2011, neben anderen Energiequellen die Atomkraft und der Betrieb kleinerer Reaktoren als mögliche Optionen angesehen.[8]

Im April 2010 schloss der damalige jamaikanische Premierminister Bruce Golding die Nutzung der Atomenergie jedoch aus. Als Gründe nannte er das hohe Katastrophenrisiko angesichts der dichten Besiedlung Jamaikas, die Gefährdung der Umwelt und hohe Kosten. Die Opposition hingegen setzte sich für die Atomkraft ein, auch 2011 nach Fukushima.[9]

Am 9. Juli 2015 wurde vom Repräsentantenhaus ein Gesetz zur nuklearen Sicherheit und Strahlung angenommen.[10] Der Generaldirektor von ICENS, Charles Grant, sieht dies als ersten Schritt zu einem kleinen kommerziellen Atomkraftwerk, welches Jamaika komplett mit Energie versorgen könne.[11]

Weitere Links

→ ICENS: INTERNATIONAL CENTRE FOR ENVIRONMENTAL AND NUCLEAR SCIENCES (ICENS)
→ gfnun.unal.edu.co: Small Research Reactor Applications vom Oktober 2014 (via WayBack)

(Letzte Änderung: 08.03.2020)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Member States abgerufen am 11. März
  2. ICENS: The International Centre for Environmental and Nuclear Sciences abgerufen am 18. März 2014 (via WayBack)
  3. IAEO: UWI CNS SLOWPOKE abgerufen am 18. März 2014
  4. nuklearforum.ch: Karibik HEU-frei vom 30. September 2015
  5. IAEO: Jamaica Signs a Country Programme Framework (CPF) for 2018–2023 vom 10. August 2018
  6. ICENS: Peaceful uses of the atom abgerufen am 18. März 2014 (via WayBack)
  7. The Gleaner (Jamaika): Mair backs nuclear energy vom 30. Juli 2012
  8. Green Antilles: Coal and nuclear power in Jamaica’s energy future? vom 23. Februar 2011 (via WayBack)
  9. The Gleaner (Jamaika): Paulwell still batting for Jamaican nuclear facility vom 18. März 2011
  10. The Gleaner: Nuclear energy bill passed vom 9. Juli 2015
  11. The Gleaner: Great potential benefits from nuclear bill - scientist vom 22. Juli 2015
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