Kernfusion und Fusionsanlagen > JT-60SA (Japan)

Typ: Tokamak • Plasmaradius: 2,96 Meter • Plasamatemperatur: bis 100 Mio. Grad •
Betreiber: JAEA • Baubeginn: 2013 • Inbetriebnahme: September 2020 •

Größter und fortschrittlichster Tokamak: JT-60SA

JT-60SA im Bau (September 2016)

Der im japanischen Naka betriebene JT-60SA gilt als größte und innovativste Anlage vom Typ Tokamak weltweit. Sie soll mit ihren supraleitenden Magnetspulen lange Hochleistungs-Plasmapulse erzeugen, was dem bislang größten Tokamak, dem Joint European Torus (Großbritannien), aufgrund seiner Kupferspulen nicht möglich ist.[1]

2005 wurde das konzeptuelle Design für den JT-60SA (SA = Super Advanced) ausgearbeitet, 2008 das endgültige Design. Die Anlage besitzt einen Radius von 2,96 Meter.[2] Im Januar 2013 wurde mit der Montage der Anlage begonnen.[3]

Der JT-60SA, ein gemeinsames japanisch-europäisches Projekt, soll die Erforschung fortgeschrittener Plasmasysteme ermöglichen und damit Beiträge zur Entwicklung von ITER (Frankreich) und künftigen Fusionsreaktoren liefern.[4]

Die Montagearbeiten wurden Ende März 2020 planmäßig beendet. Die Anlage wird mit Modellplasmen aus leichtem Wasserstoff und Deuterium arbeiten.[1] Die Plasmen sollen auf bis zu 100 Mio. Grad Celsius erhitzt werden. Die erste Plasmaerzeugung wurde für September 2020 angestrebt.[2][5]

Die Vorgänger: JT-60 und JT-60U

JT-60 ist ein Programm zur Erforschung der Fusionsenergie, das von der Japan Atomic Energy Agency (JAEA) initiiert wurde.[3]

Die Experimente begannen im 1985 errichteten JAEA Naka Fusion Institute, in dem im gleichen Jahr der JT-60 in Betrieb genommen wurde, zu jener Zeit einer der größten Fusionsreaktoren vom Typ Tokamak, mit dem Wasserstoffplasma erzeugt werden konnte. Mit seiner modifizierten Version, dem JT-60U (Upgrade), konnte an Deuterium-Plasma geforscht werden. Der JT-60U setzte Grundlagen für einen kommerziell attraktiven Fusionsreaktor und zur Konzeption eines künftigen Steady-State Tokamak Reactor (SSTR). Im August 2008 wurden die Experimente am JT60U beendet; einige Komponenten der Anlage wurden für den Nachfolger JT-60SA verwendet.[3]

→ jt60sa.org: JT-60SA Research Plan - Research Objectives and Strategy vom September 2018

(Letzte Änderung: 26.02.2021)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IPP: Japanisch-europäische Fusionsanlage JT-60SA ist fertiggestellt vom 7. April 2020
  2. 2,0 2,1 jt60sa.org: Introduction abgerufen am 26. Februar 2021
  3. 3,0 3,1 3,2 ITER: JT-60SA: assembly begins in Naka vom 18. Februar 2013
  4. JT-60SA: Homepage abgerufen am 26. Februar 2021
  5. JT-60SA: Timeline abgerufen am 26. Februar 2021
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