Atomenergie in Europa > Island

Reykjavík (Island)

Die nordwesteuropäische Vulkaninsel Island ist in der glücklichen Lage, den geringen Strombedarf ihrer rund 325.000 Einwohner komplett durch erneuerbare Energien decken zu können. 73 % der 17 Terawattstunden produzierten Stromes wurden 2014 durch Wasserkraft aus Gletschern geliefert, der Rest durch die reichlich vorhandene Erdwärme.[1] 2019 lag der Anteil der erneuerbaren Energien bei 78 %.[2]

Island war 1957 ein Gründungsmitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[3]

1958 trat der US-Konzern General Electric an Island heran und bot kleine Atomkraftwerke als Alternative zu fossilen Energieträgern an. Das Angebot wurde geprüft, Planungen wurden durchgeführt, dann aber nicht weiterverfolgt.[4]

Laut Informationen des isländischen Außenministeriums ist Island Mitgliedsstaat der Nordic Nuclear Safety Research Platform (NKS) und der Nuclear Energy Agency (NEA). Ionisierende Strahlung wird nur für medizinische Zwecke bzw. in Industrie und Forschung verwendet. Deswegen und aufgrund der nuklearen Sicherheit seiner Nachbarländer kooperiert Island international im Bereich der Atomenergie.[5]

Da die Kapazitäten des Staates aus erneuerbaren Energien weitgehend ungenutzt sind, plante Island 2014 den Bau eines Unterseekabels nach Großbritannien, um Strom nach Europa zu exportieren.[1]

(Letzte Änderung: 20.03.2021)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 RP Online: Island will Europa mit Strom versorgen vom 16. September 2014
  2. statista.com: Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttoendenergieverbrauch in Island in den Jahren 2009 bis 2019 von 2021
  3. IAEO: Member States abgerufen am 20. März 2021
  4. grapevine.is: The Nuclear Plant That Almost Was vom 29. Januar 2013
  5. Ministry For Foreign Affairs (Island): International Security Issues - Nuclear Issues abgerufen am 10. November 2012 (via WayBack)
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