Atomenergie in Europa > Initiativen zum Atomausstieg in Europa

Europa in der Nacht

Nach der Katastrophe von Fukushima wurde die Nutzung der Atomenergie von vielen europäischen Staaten in Frage gestellt. Einige Staaten entschieden sich für den Atomausstieg, viele AKW-freie Staaten sprachen sich sogar für ein Ende der Nutzung der Atomenergie auf dem ganzen Kontinent aus.

Noch am Tag der Katastrophe, dem 12. März 2011, deutete die Bundesregierung einen Richtungswechsel in Deutschland an, dem zwei Tage später die Ankündigung des Atommoratoriums folgte. → Merkel: Atomausstieg II

Eine Woche später, am 21. März 2011, forderten Dänemark, Griechenland, Irland, Luxemburg und Österreich einen europäischen Atomausstieg, was Frankreich ablehnte.[1] Am 25. Mai 2011 planten zehn europäische Länder eine Allianz gegen die Nutzung der Atomenergie, zu denen – neben den bereits genannten – auch Estland, Lettland, Liechtenstein, Malta, Portugal und Zypern gehörten.[2] Alle zehn Ländern verfügen nicht über eigene Atomkraftwerke. Im Juli 2011 stellten Österreich und Serbien bei der OSZE einen weiteren entsprechenden Antrag.[3]

Verschiedene europäische Länder beschlossen, die Nutzung der Atomenergie zu beenden: Deutschland und die Schweiz im Mai 2011, Italien im Juni 2012 (Wiedereinstieg nach Referendum gestoppt) und Belgien (Oktober 2011). 2014 haben die Schweiz und Belgien ihre Ausstiegsbeschlüsse allerdings weitgehend wieder zurückgenommen. Albanien gab seine Einstiegspläne im Januar 2012 auf.

Am 26. April 2012 initiierte die österreichische Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 gemeinsam mit Partnerorganisationen in zwölf europäischen Ländern das erste Europäische Volksbegehren für sichere und saubere Energie ohne Atomkraft in Europa.[4] Europäische Bürger konnten hier Forderungen an die Europäische Kommission richten.[5]

Am 16. November 2012 fand der 3. Wiener Atomgipfel statt. Dabei wurde eine Resolution unterzeichnet, in der gefordert wurde, dass mit EURATOM-Geldern keine Laufzeitverlängerungen von AKW, sondern nur noch deren Stilllegung unterstützt werden dürfe. Außerdem wurde ein europaweiteres Städtenetzwerk gegründet: "So haben die gemeinsame Resolution für den europaweiten Atomausstieg bereits Antwerpen, Bergen, Dublin, Frankfurt, Hannover, Köln, Manchester, München, Nicosia und Viernheim unterzeichnet, viele weitere Städte haben Interesse beizutreten, Wien wird auch im nächsten Jahr aktiv am weiteren Ausbau dieses Netzwerkes arbeiten."[6]

Zum zweiten Jahrestag von Fukushima richteten österreichische Antiatomorganisationen 2013 eine Petition an das Europäische Parlament. Darin wird eine Haftpflicht von mindestens 400 Mrd. Euro für jedes europäische Atomkraftwerk gefordert.[7]

(Letzte Änderung: 31.12.2017)

Einzelnachweise

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