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Reaktoren außer Betrieb > Großwelzheim (Bayern)

Heißdampfreaktor • Leistung: 27 MW • Typ: HDR • Hersteller: AEG/GE •
Baubeginn: 1. Januar 1965 • Inbetriebnahme: 14. Oktober 1969 •
Abschaltung: 20. April 1971 •[1][2][3] Beginn Rückbau: 1992 • Ende Rückbau: 1998[4]


Blick auf die Gemeinde Karlstein

Der Heißdampfreaktor Großwelzheim (HDR) befand sich im gleichnamigen Ortsteil der bayerischen Gemeinde Karlstein am rechten Mainufer.[5]

Mit dem HDR-Projekt war das Forschungszentrum Karlsruhe vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung im Rahmen des 2. Deutschen Atomprogrammes 1963/1964 beauftragt worden.[6] Hersteller war die AEG,[2] den Reaktor lieferte General Electric.[3] Dieser hatte eine Leistung von 25 MW, wurde am 14. Oktober 1969 in Betrieb genommen, ging aber schon anderthalb Jahre später am 20. April 1971 wieder vom Netz. Eigentümer und Betreiber war die Heißdampfreaktor-Betriebsgesellschaft mbH.[1] Als Kosten für den Bau des Reaktors gab die Bundesregierung 90 Mio. Deutsche Mark an.[7]

Der HDR, ein Siedewasserreaktor mit Dampfüberhitzung, sollte einen höheren Wirkungsgrad als sonstige Siedewasserreaktoren erzielen.[4] Es traten jedoch bald konstruktionsbedingte Probleme bei den Brennelementen und den Dampfführungen auf. Da die Schwingungsdämpfer vibrierten, wurden die Hüllrohre beschädigt. Bereits nach Erreichen der halben Leistung stellte man Undichtigkeiten fest. Der Heißdampfreaktor wurde, ohne je die volle Leistung erreicht zu haben, am 20. April 1971 vom Netz genommen.[8]

1974 bis 1992 führte man am Reaktor Experimente zur Reaktorsicherheit durch, u.a. Simulationen von Erdbeben und Flugzeugabstürzen. 1992 begann die Stilllegung. Der Reaktor wurde abgerissen, bis am 15. Oktober 1998 der Zustand der "Grünen Wiese" erreicht war.[4][9]

Am gleichen Standort in Großwelzheim war früher bereits das Versuchskraftwerk Kahl errichtet worden.

Weitere Links

→ ATOM aktuell: Großwelzheim HDR (mit Bild), abgerufen am 23. Dezember 2012
→ baumaschine.de: Rückbau des Heißdampfreaktors in Kahl am Main bei Aschaffenburg (mit Bildern) von 1999 (via WayBack)
Abfallreduzierungsanlage Karlstein (ARAK)

(Letzte Änderung: 19.09.2021)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: PRIS - Country Statistics/Germany abgerufen am 19. September 2021
  2. 2,0 2,1 BfS: Kernkraftwerke in Deutschland abgerufen am 12. August 2014 (via WayBack)
  3. 3,0 3,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  4. 4,0 4,1 4,2 ptka.kit.edu: Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen - Erfahrungen und Perspektiven vom November 2009
  5. WNA Reactor Database: Hdr Grosswelzheim, Germany abgerufen am 19. September 2021
  6. baumaschine.de: Rückbau des Heißdampfreaktors in Kahl am Main bei Aschaffenburg von 1999 (via WayBack)
  7. Deutscher Bundestag: Drucksache 17/2988 - Antwort der Bundesregierung vom 17. September 2010
  8. Nucleopedia: Kernkraftwerk Großwelzheim abgerufen am 19. September 2021
  9. Karlsruher Institut für Technologie: Lexikon zur Kernenergie abgerufen am 19. September 2021
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