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Organisationen und Kommissionen > Entsorgungskommission (ESK)

Beratung des Bundesumweltministeriums

Die Entsorgungskommission (ESK) wurde am 12. Juli 2008 beim Bundesumweltministerium (BMU) gegründet.[1]

Sie berät das BMU mit Empfehlungen und Stellungnahmen bei allen Angelegenheiten der nuklearen Entsorgung und ist laut eigener Aussage "pluralistisch" besetzt. Die ESK berät sich in den Ausschüssen "Abfallkonditionierung, Transporte und Zwischenlagerung (AZ)", "Endlagerung radioaktiver Abfälle (EL)" und "Stilllegung (ST)".[2] Sieht man sich die Liste der Ausschussmitglieder an, stellt man fest, dass u.a. EnBW, die E.ON-Tochter PreussenElektra, der TÜV und die Atomforschung (Karlsruhe) vertreten sind.[3]

Stellungnahmen

2008 gab der ehemalige Leiter Michael Sailer "heise.de" ein Interview anlässlich der Gründung der ESK, in dem er sich als "skeptisch" gegenüber der Atomkraft bezeichnete, die man nicht benötige. Atomkraftwerke seien nach wie vor nicht sicher. Er forderte eine baldige Einrichtung von Endlagern, in geologischen Formationen, die über eine Million Jahre Sicherheit bieten. Eine Rückholbarkeit von Atommüll lehnte Sailer ab, da diese "zur Verschlechterung der Sicherheitslage führt, denn die Rückholbarkeit schließt einen ordentlichen Verschluss aus." Auch die Zwischenlagerung sei keine Lösung, da damit der Atommüll nicht von der Ökosphäre getrennt werden könne.[4]

Konsequenterweise lehnte Sailer 2012 eine Rückholung der maroden Fässer aus der Asse ab, da diese aufgrund der Einsturzgefährdung technisch nicht machbar sei, und forderte eine Verfüllung mit Beton. Für diese Haltung wurde er von Seiten des Asse-Koordinierungskreises, der ihm mangelnde Sachkenntnis vorwarf, und dem SPD-Vorsitzenden Gabriel scharf kritisiert.[5]

In einem Interview vom Februar 2013 bestätigte der stellvertretende Vorsitzende der ESK, Thomas Fanghänel, die Positionen Sailers. Zugleich behauptete er, Gorleben sei aus fachlicher Sicht ein geeigneter Stand für die Endlagerung. Die Kosten von 1,6 Mrd. Euro, die in die Erforschung dieses Standorts geflossen sind, seien ausreichend, wobei es aber auf die Sicherheit ankäme.[6] Fanghänel, der Atomforscher am Institut für Transurane (ITU) in Karlsruhe[3] ist, teilet damit die Ansichten der Atomindustrie.

Im März 2013 bescheinigte die ESK allen Zwischenlagern und der UAA Gronau "einen hohen Grad an Robustheit", alle Anlagen hätten den Stresstest bestanden. Die ESK war vom Bundesumweltministerium mit dem Test beauftragt worden.[7] Die ESK stellte Flugzeugabstürze als Gefahr heraus und bezeichnete die Geheimhaltung in der Urananreicherungsanlage Gronau wegen der Proliferation als Pflicht. Michael Sailer kritisierte zugleich: "Die Urananreicherung ist der einfachste Weg zur Atombombe." Umweltschützer kritisierten die ESK scharf, da sie beim Stresstest Terrorangriffe und "chemische Folgereaktionen" ausgeblendet habe und der Stresstest deswegen "verharmlosend" sei. [8] Der Landtag Nordrhein-Westfalen wollte die Äußerung Sailers zur Atombombe mit Verweis auf die pluralistische Zusammensetzung und den Respekt für verschiedene Meinungen im ESK nicht bewerten.[9]

Im Februar 2014 bestätigte Michael Sailer, dass die verrostenden Fässer im AKW Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) kein Einzelfall sind, sondern in den Zwischenlagern deutscher Atomkraftwerke weit verbreitet sein dürften.[10]

Im Februar 2019 veröffentlichte die ESK die Stellungnahme "Sicherheitskonzeptionelle Anforderungen an das Barrierensystem eines Endlagers für hoch radioaktive Abfälle und deren Umsetzbarkeit".[11]

Weitere Quellen

→ ESK: ESK-Stellungnahmen
ESK-Stresstest für Anlagen und Einrichtungen der Ver- und Entsorgung in Deutschland (1) vom 14. März 2013 (via WayBack)
ESK-Stresstest für Anlagen und Einrichtungen der Ver- und Entsorgung in Deutschland (2) vom 18. Oktober 2013 (revidiert)
→ Zeit Online: Entsorgungskommission zweifelt an Atommüll-Bergung in Asse vom 22. September 2012
→ Wikipedia: Michael Sailer

(Letzte Änderung: 18.01.2020)

Einzelnachweise

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