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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > USA > Dresden (USA)

3 Siedewasserreaktoren • Leistung: 207 MW/950 MW/935 MW •
Typ: n.a./BWR-3 (Mark 1)/BWR-3 (Mark 1) • Hersteller: General Electric •
Baubeginn: 1956/1966/1966 • Inbetriebnahme: 1959/1970/1971 •[1][2] Abschaltung: 1978/2021?/2021?


Seit über 40 Jahren betriebene, unrentable Anlage

Gebäude in Morris Downtown (Illinois)

Am Standort Dresden bei Morris im Norden des Bundesstaates Illinois, rund 60 Meilen südwestlich von Chicago am Illinois River, werden zwei Siedewasserreaktoren mit 950 und 935 MW Leistung betrieben. Die Reaktoren Dresden-2 und -3 sind seit 1970 und 1971, also seit über 40 Jahren, in Betrieb. Der Altreaktor Dresden-1, der 1959 kritisch geworden war, ging 1978 für immer vom Netz. Im Oktober 2004 verlängerte die Nuclear Regulatory Commission (NRC) die Betriebserlaubnis von Dresden-2 und -3 bis 2029/2031. Eigentümer der Anlage ist die Exelon Corporation, Betreiber die Exelon Generation Co.,[1][3][4] und Hersteller war General Electric.[2]

Im März 2014 wurde bekannt, dass Dresden in den Jahren 2010 und 2011 33 US-Dollar je Megawattstunde Strom verdiente, die Betriebskosten jedoch bei 35-40 US-Dollar lagen. Der Betreiber erwog wegen fehlender Rentabilität eine Schließung der Anlage.[5]

Am 27. August 2020 kündigte Exelon an, seine AKW Byron und Dresden im September bzw. November 2021 vorzeitig schließen zu wollen. Als Grund gab das Unternehmen hohe Einnahmeausfälle aufgrund sinkender Energiepreise und ungümstiger Marktregeln an.[6]

Störfälle

In zwei Berichten der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) wurden diverse Zwischenfälle aus den Jahren 1966 und 1969 dokumentiert, darunter 1966 ein Ausfall aller fünf Versorgungsleitungen aufgrund eines Tornados.[7][8]

Am 16. August 1985 fiel im AKW die komplette Stromversorgung aus, was eine Reaktorschnellabschaltung und eine Energieversorgung durch Notstromaggregate nach sich zog.[9]

Am 25. Januar 1994 entdeckten Arbeiter 55.000 Gallonen Wasser im Keller des Containment-Gebäudes von Dresden-1, die aus einer ungeheizten und wegen Frost zerbrochenen Wasserleitung ausgelaufen waren. Glücklicherweise fiel der Wasserstand im Kühlbecken nicht.[10]

Im Juni 2011 wurde in den US-amerikanischen Medien berichtet, dass an 48 von 65 AKW-Standorten in den USA Tritiumlecks entdeckt wurden. Am AKW Dresden wurden seit 2004 vier derartige Vorfälle gezählt, mit Tritiumkonzentrationen von bis zu 9 Mio. Picocurie je Liter.[11] Im Juni 2009 wurden Konzentrationen von über 3 Mio. Picocurie je Liter bei einem Vorratstank für Kondensat sowie von über 500.000 Picocurie je Liter an einer weiteren Stelle entdeckt.[12]

Am 18. Juli 2011 liefen ungefähr 330 Gallonen der chemischen Substanz Natriumhypochlorid in der Nähe von Wasserpumpen aus; zwei Arbeiter wurden wegen möglicher Inhallation von Dämpfen behandelt.[13]

Am 8. Juni 2014 wurden im Grundwasser neben einem leckenden Tank mit radioaktivem Wasser erhöhte Tritiumwerte gemessen.[14]

→ Exelon: Dresden Generating Station (Informationen des Betreibers)

(Letzte Änderung: 20.09.2020)

Einzelnachweise

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