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Unvollendete Anlagen > Bad Breisig (Rheinland-Pfalz)

1972 wurden erste Pläne für den Bau eines Druckwasserreaktors zwischen Sinzig und Bad Breisig bei Remagen (Rheinland-Pfalz) bekannt, im erdbebengefährdetem Rheingraben auf zwei tektonischen Platten. Der Reaktor sollte eine Bruttoleistung von 1.300 MW haben. Gegen das geplante AKW wurde zwar nicht demonstriert, es fanden aber Informationsveranstaltungen statt, in denen das Projekt von Politik und Wirtschaft hochgelobt wurde.[1]

RWE sah sich mit 16.000 Einsprüchen von Umweltschützern konfrontiert und musste den Bau um zwei Jahre verschieben. RWE und andere Energiekonzerne warnten vor jahrelangen Verzögerungen beim Bau von Atomkraftwerken und vor Energielücken, die nie geschlossen werden könnten.[2]

Das Projekt scheiterte allerdings nicht an Protesten, sondern am Wasserrecht: Der Schutz des Sinzinger Trinkwasser hatte Vorrang. Anstelle des AKW Bad Breisig wurde unweit davon das AKW Mülheim-Kärlich (Rheinland-Pfalz) gebaut – ebenfalls auf erdbebengefährdertem Gebiet.[1]

→ DIE ZEIT: Gegen Atomstrom auf die Barrikaden - Der Widerstand gegen Kernkraftwerke wächst vom 24. März 1972
→ Wikipedia: Kernkraftwerke ohne Betriebsaufnahme

(Letzte Änderung: 09.07.2014)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 General-Anzeiger: Gewerbegebiet Goldene Meile - Das Beinahe-Atomkraftwerk vom 25. Oktober 2013
  2. Der Spiegel 33/1972: KRAFTWERKE - Gedanken an Strom vom 7. August 1972
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