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Atommüll - Zwischen- und Endlagerung > Ahaus

Zentrales Zwischenlager im Münsterland

Brennelemente-Zwischenlager Ahaus

Das zwischen 1984 und 1990 errichtete zentrale Zwischenlager Ahaus, auch Transportbehälterlager (TBL) Ahaus genannt, befindet sich in der gleichnamigen Stadt im westlichen Münsterland. Es besteht aus zwei getrennten Lagerhallen, in denen Brennelemente und weitere radioaktive Stoffe gelagert werden.[1]

Auf der Homepage des Bundesamtes für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE), der seit 2016 zuständigen Genehmigungsbehörde, ist zu lesen: "Der Lagerbereich I dient derzeit der vorübergehenden Zwischenlagerung (maximal 10 Jahre) von sonstigen radioaktiven Stoffen (...). Der Lagerbereich II dient derzeit der Aufbewahrung von Brennelementen aus Leichtwasserreaktoren (LWR-Brennelemente), von Brennelementen aus dem Rossendorfer Forschungsreaktor und von Brennelementen aus dem Hochtemperaturreaktor (THTR) in Hamm-Uentrop (...). Aktuell befinden sich im Transportbehälterlager Ahaus im Lagerbereich II Kernbrennstoffe in insgesamt 329 CASTOR-Behältern (...). Die Aufbewahrungsgenehmigung des BfS vom 7. November 1997 gilt bis zum 31. Dezember 2036." Beantragt, aber noch nicht genehmigt ist die Lagerung von Brennelementen aus verschiedenen Forschungsreaktoren, von "hochdruckkompaktierten radioaktiven Abfällen" sowie von Atommüll aus dem AVR Jülich.[1]

Das Lager wurde im Juli 1992 in Betrieb genommen; bis Juli 2017 wurden 15 meldepflichtige Ereignisse gezählt.[2]

2010 sollten Brennstäbe mit atomwaffenfähigem Plutonium, die aus dem ehemaligen DDR-Forschungsreaktor in Rossendorf stammten und in Ahaus gelagert werden, ins russische Majak transportiert werden. Der Transport war zunächst vom BfS genehmigt worden, wurde aber nach Protesten von Umweltschutzgruppen in Deutschland und Strahlenopfern im russischen Majak gestoppt.[3][4]

Betreiber des zentralen Zwischenlagers Ahaus war lange die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS). Im August 2017 übernahm jedoch der Bund Eigentum und Betrieb.[5]

Kritik an Lagerung und Transport

In einem Beitrag des "Deutschlandfunks" von 2011 kritisierte der Physiker und Umweltberater Wolfgang Neumann, dass das Zwischenlager Ahaus lediglich eine Industriehalle sei und kaum gegen äußerliche Gewalteinwirkung geschützt sei. "Bei einem Flugzeugabsturz zum Beispiel müssen deshalb die Castoren die Sicherheit gewährleisten."[6]

Im November 2011 kritisierten Umweltschützer die durch die GNS beantragte Lagerung von Atommüll aus dem ehemaligen Forschungsreaktor AVR Jülich im Zwischenlager Ahaus. Dies bringe Gefahren beim Transport mit sich, aber kein Mehr an Sicherheit bei der Lagerung.[7]

Am 4. Mai 2012 wurde ein Sonderzug mit Atommüll gesichtet, dessen Herkunft und Ziel zunächst unklar waren. Erst im Juli stellte sich heraus, dass der Transport für Ahaus bestimmt war.[8]

Nach dem Abschluss des europäischen Stresstests sind bislang keine Ergebnisse für Ahaus bekannt geworden, es wurde aber in diesem Zusammenhang von Umweltschutzgruppen im Oktober 2012 kritisiert, dass die Landesregierung zwar ein Transportmoratorium beschlossen, aber nicht umgesetzt habe.[9]

Eine generelles Ende von Transporten und Lagerung von Atommüll in Ahaus fordert die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus", die befürchtet, dass sich das Zwischenlager aufgrund der Verzögerungen beim Schacht Konrad "schleichend" zu einem Endlager entwickeln könnte.

kein-castor-nach-ahaus.de (Homepage)

(Letzte Änderung: 01.03.2020)

Einzelnachweise

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