Atomenergie in außereuropäischen Ländern > China > ACPR50S & ACP100S (China)

Modulare Offshore-Reaktoren • Leistung: 60 MW/125 MW • Typ: ACPR50S/ACP100S •
Baubeginn: fraglich • Inbetriebnahme: offen[1]


Kooperation mit Russland

Anknüpfend an die in den 1970er Jahren geplante, aber verworfende Atlantic (USA) und die im Betrieb befindliche Akademik Lomonosov (Russland) hat nun auch China mit der Entwicklung schwimmender Atomkraftwerke begonnen.

Einen ersten Anlauf dazu nahm China im Mai 2014, als die China Atomic Energy Authority (CAEA) mit dem russischen Konzern ROSATOM ein Kooperationsabkommen zum Bau eines schwimmenden Atomkraftwerks abschloss, das mit einem russischen Reaktor KLT-40S ausgestattet werden sollte. Ein weiteres Abkommen zu gemeinsamen Entwicklungsmaßnahmen schlossen die CNNC und Rosatom Overseas im Juli 2014.[1]

Mittlerweile hat sich China jedoch für die Produktion einheimischer Reaktoren entschieden.

Reaktoren aus chinesischer Produktion

Im Oktober 2015 kündigte die CNNC an, dass seine Tochter Nuclear Power Institute of China (NPIC) mit dem britischen Lloyd's Register ein Abkommen für die Entwicklung eines schwimmenden Atomkraftwerks mit dem Reaktor ACP100S mit 100 MW Leistung abgeschlossen habe. Baubeginn sollte Ende 2016, die Inbetriebnahme 2019 sein.[1]

Ende Dezember 2015 genehmigte die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission (NDRC) den modularen Offshore-Reaktors ACPR50S mit einer Leistung von maximal 60 MW. Der Reaktor soll Inseln oder abgelegene Küstengebiete mit Energie versorgen und kann Wärme zur Meereswasserentsalzung erzeugen.[2]

Im Januar 2016 vereinbarten die China General Nuclear Power Corporation (CGN) und die China Shipbuilding Industry Corporation (CSIC), das größte Schiffbauunternehmen Chinas, eine strategischen Zusammenarbeit zur Entwicklung von Offshore-Reaktoren.[3]

Im Juli 2016 wurde in Staatsmedien gemeldet, dass China 20 schwimmende Atomkraftwerke bauen könnte, mit denen die Frischwasserversorgung von durch China beanspruchte Inseln im Südchinesischen Meer sichergestellt werden soll.[4]

Am 4. November 2016 gab CGN mit dem Abschluss des Kaufvertrags für den ersten ACPR50S-Reaktor zugleich den Baubeginn für eine erste Demonstrationseinheit eines schwimmenden Atomkraftwerks bekannt. 2020 sollte damit zum ersten Mal Energie erzeugt werden.[2]

Bei der World Nuclear Association (WNA) wurden im Dezember 2020 jedoch weder Termine für beginnende Bauarbeiten noch Fertigstellungstermine aufgelistet. Stattdessen wurden lediglich zwei geplante schwimmende Atomkraftwerke aufgeführt: Bohai Shipyard FNPP mit einem ACPR50S-Reaktor und 50 MW Leistung sowie Jiaodong Shipyard FNPP mit einem ACP100S-Reaktor und 100 MW Leistung.[1]

Kritiker weisen auf Sicherheitsrisiken schwimmender Atomkraftwerke hin: Diese hätten zwar genug Kühlwasser, wären aber, anders als bei AKW auf dem Festland, bei einem Unfall von zusätzlicher Stromversorgung abgeschlossen. Zudem könnten bei einem Unfall die umliegende Meeresregion und Küstenlandschäften verseucht werden.[5]

Links

→ CGN: ACPR50S: Offshore Small Modular Reactor (via WayBack)

(Letzte Änderung: 14.12.2020)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 WNA: Nuclear Power in China abgerufen am 14. Dezember 2020
  2. 2,0 2,1 nuclearforum.ch: China: Baubeginn für schwimmendes Kernkraftwerk vom 10. November 2016
  3. nuklearforum.ch: CGN arbeitet mit Schiffbauer zusammen vom 1. Februar 2016
  4. Asia Maritime Reviews: China 'may build 20 floating nuclear power plants' in South China Sea vom 16. Juli 2016 (via WayBack)
  5. Eurasia Review: Floating Nuclear Power Plants: Are They Safe And Secure? – Analysis vom 8. Oktober 2016
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